Review

Eine gewisse Naturverbundenheit setzt dieser auf Doku getrimmte Abenteuerspielfilm schon voraus, denn storymäßig begibt sich Regisseur Vanier auf sehr dünnes Eis, entschädigt aber mit beeindruckenden Bildern der nördlichen Rocky Mountains.

Wir begleiten Norman Winther, einem der letzten Trapper, der im Nordwesten Kanadas mit seiner Frau Nebraska und seinen Schlittenhunden vom Pelzhandel lebt. Trapper sind nicht einfach nur Jäger, sondern sorgen nach eigenen Angaben für ein Gleichgewicht der Natur und leben insofern im Einklang mit ihr.
Die Akteure spielen sich alle selbst und gezeigt werden nachgestellte Szenen aus ihrem Alltag, was nach einiger Zeit allerdings auch recht inszeniert wirkt.
Spätestens wenn Normans Hund Nanook überfahren wird, muß man sich schon fragen, ob die Kamera gerade zufällig eingeschaltet war und auch beim späteren Einbrechen ins Eis befindet sich die Kamera bereits im Wasser.
So wirkt leider alles etwas aufgesetzt und hölzern, was sich auch bei den Dialogen bemerkbar macht.
Inhaltlich konzentriert man sich sehr auf die Beziehung zwischen Norman und seinen Hunden, seine Frau bekommt weitaus weniger Screentime und auch die Frage nach der von der Forstindustrie bedrohten Zukunft der Trapper wird recht oberflächlich abgehandelt.

Demgegenüber stehen imposante Landschaftsaufnahmen, die augenblicklich Fernweh hervorrufen. Verschneite Berge im Sonnenuntergang, Wölfe im Vordergrund grünschimmernder Nordlichter retten die weitgehend spannungsarme und bruchstückhafte Geschichte.

Wer bei diesem Streifen Action erwartet, wird enttäuscht werden. Wer sich jedoch mit wunderschönen Naturaufnahmen begnügen kann, dem sei „Der letzte Trapper“ ans Herz gelegt.
7 von 10 Punkten

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