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Jennifer Love Hewitt und Sigourney Weaver spielen Mutter und Tochter, die mit Heiratsschwindeln ihr Geld verdienen und nun bei einem letzen großen Coup einen alten Milliardär, gespielt von Gene Hackman, ausnehmen wollen. Als sich Hewitt aber in einen Barkeaper, gespielt von Jason Lee, verliebt und Weavers letztes Opfer, gespielt von Ray Liotta, wieder aufkreuzt, ist der Plan in Gefahr.

"Heartbreakers" ist ein gutes Beispiel dafür, dass man keine sonderlich einfallsreiche Story braucht und auch mit normalen und mit konventionellen Mitteln recht weit kommt, wenn die Inszenierung gut gemacht ist und die Darsteller gut aufgelegt sind. Regisseur David Mirkin, der sonst keine bekannteren Filme gemacht hat, leistet gute Arbeit und verzichtet glücklicherweise auf den billigen Fäkal-Humor, den man sonst so oft sehen muss und sich leider Gottes momentan großer Beliebtheit erfreut. Darüber hinaus ist die Komödie kein bisschen kurzweilige, da sich Mirkin viel Zeit und nicht wie viele andere Regisseure mit Vollgas durch seinen Film prescht. Die Gags sind gut dosiert und getimt, womit der Film bestens unterhalten kann. Auch an der Musik, die eine wohlige Atmosphäre aufbaut, gibt es nichts auszusetzen. Mirkin kann so perfekt Dramatik aufbauen und sorgt mit seinem Happy end dafür, dass das Wohlgefühl auch noch über das Ende hinaus bestand hat und damit ist der Film alles in allem gelungen und liefert genau das, was man sich als Zuschauer erhofft. Die Kulisse ist traumhaft und da er seine beiden attraktiven Hauptdarstellerinnen sehr gut in Szene setzt und vor allem Jennifer Love Hewitt überaus leicht bekleidet durch den Film läuft, ist auch der Schauwert hoch. Hier und da gibt es ein paar Längen, dennoch ist dies die beste Liebes- bzw. Screwball-Komödie, die ich seit Langem gesehen habe.

Der Cast ist gespickt mit Hollywood-Stars und diese sind allesamt gut aufgelegt und tragen damit ebenfalls zum Gelingen des Films bei. Sigourney Weaver, die schon in "Die Waffen der Frauen" eine ähnliche Rolle spielen durfte, macht sich als hinterlistige Heiratsbetrügerin sehr gut und ist trotz ihrer manipulativen Art relativ sympathisch. Jennifer Love Hewitt, die schon in "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" und "No Night Stand" eher durch ihre Oberweite, als durch starke mimische Leistungen auffallen konnte, bietet neben ein paar ansehnlichen Attributen diesmal auch eine gelungene Darstellung. Sie macht sich sowohl als eiskalte Abzockerin, als auch als verliebter Teenie recht gut und liefert so die bis dato beste Leistung ihrer Karriere ab, schade, dass sie in "Garfield" wieder unterirdisch spielte und nun lediglich als Seriendarstellerin in "Ghost Whisperer" tätig ist. Gene Hackman ist hier in einer seiner letzten Rollen zu sehen, bevor er schließlich 2004 seine Karriere beendete. Hackman macht sich als Tabak-Millionär sehr gut und ist nach eher ernsten Rollen in "Heist", "Staatsfeind Nr. 1" und "Im Fadenkreuz" noch einmal richtig gut gelaunt und überaus amüsant. Jason Lee, dessen Karriere noch nicht so richtig in Schwung gekommen war, macht sich ganz gut und vor allem sehr charmant, genauso wie Ray Liotta, der nach "Hannibal" und "Blow" noch einmal in einem amüsanten Film zu sehen ist.

Die Story ist wie gesagt eher konventionell gehalten. Die Charakterkonstruktion ist solide und die Handlung bietet neben ein paar kleineren Überraschungen dann doch eine ganz Reihe Stereotypen. Die Screw-Ball-Komödie steuert sehr glatt auf ihr happy end zu und bietet neben den raffinierten Tricks der beiden Betrügerinnen nichts, was man nicht schon einmal gesehen hätte.

Fazit:
Durch die starken und gut aufgelegten Darsteller und die liebevolle Umsetzung ist "Heartbreakers" eine sehenswerte Screwball-Komödie, die neben den kurzweiligen Teenie-Komödien eine willkommene Abwechslung darstellt, auch wenn die Story nicht sonderlich atemberaubend geworden ist und im Großen und Ganzen sehr leicht vorherzusehen ist.

72%

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