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Drehbuchautor Jeff steckt in einer großen Krise: Er bekommt keine Aufträge mehr. Da kommt das Angebot des sehr eigenwilligen Produzenten George Truman gerade richtig. Er soll die Beweggründe des Regisseurs Gary Gramm herausfinden, der vor 35 Jahren seine Schwiegereltern, seine schwangere Frau und schließlich sich selbst umgebracht hat. Jeff nimmt den Auftrag an und macht sich voller Eifer ans Werk, doch schon nach kurzer Zeit geschehen ungewöhnliche Dinge.

Mit Udo Kier und Adam Baldwin kann die doch recht preiswerte Produktion immerhin mit zwei bekannten Namen aufwarten, schwankt aber sonst zumeist am Rande einer Amateurproduktion. Die beiden sind auch die einzigen beiden, die sich professionelle Schauspieler nennen dürfen, denn der Rest fällt doch abgrundtief hinten runter und hat zurecht meist bis auf Evil Eyes keine nennenswerten Einträge in ihrer Filmographie.
Hier haben wir also den recht erfolglosen Drehbuchautor, der noch eine Chance für einen Horrorfilm bekommt. Das Script scheint aber eine Art Eigenleben zu entwickeln und so stirbt seine Assistentin bei einem Autounfall und sein bester Kumpel wird beim Baseball schwer verletzt und zwar beide exakt auf die Weise, wie es auch im neuen Drehbuch geschildert wird. Die Idee ist zwar ganz interessant, aber leider viel zu schnarchig umgesetzt.
Der Film läßt dabei auch sehr früh lediglich zwei Möglichkeiten offen, was hinter dem ganzen Zinnober stecken könnte, als er verrät, das beim damaligen Massaker möglicherweise der Fötus überlebt haben könnte. Jeff vermutet er könnte es selbst sein, da sein Alter zum Tatzeitpunkt paßt, aber hier schießt sich die Spannung nochmal ins Knie, als das Geschlecht des Babys rauskommt. Dazu paßt dann auch der recht schwache Showdown, der im Grunde gar nichts erklärt und sogar noch mehrere Möglichkeiten postuliert. Warum das alles passiert, welche Mächte dahinter stecken oder was der sinistre Produzent damit zu tun, wen interressierts, Zuschauer mach dir selber einen Reim darauf.
Leider entwickelt Evil Eyes nie so etwas wie Spannung oder Atmosphäre auch abseits der schwachen Darsteller. Auch Kamera und Regie wirken bestenfalls uninspiriert und der lahme Score geht einem mit der Zeit sogar richtig auf den Keks. Warum das Ding nun überhaupt ab 18 freigegeben ist wäre die nächste Frage. Eigentlich gibt's nicht zu sehen, eine Wunde am Nacken, die einen Axthieb abgeben soll und ein billiger Trick eines ausgebohrten Auges sind schon die spärlichen Höhepunkte der Splatterkunst. Wer seinen Horror gern auf ruhige Weise erleben möchte und gerne selbst interpretiert kann hier mal reinschauen, für den Rest dürfte es doch zu langweilig sein.
3/10

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