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Jeff Stenn, ein Hollywood-Schreiberling, sitzt auftragstechnisch auf dem Trockenen und hadert arg mit seiner Arbeit. Da kommt ihm das Angebot des B-Movie-Produzenten George, einen 35 Jahre zurückliegenden Massenmord zu recherchieren und die Angelegenheit zu einem Drehbuch für einen Low Budget-Horrorfilm zu verwursten, gerade recht. Dummerweise nimmt ihn die besagte Tat im Lauf der Recherchen so sehr ein, dass Jeff selbst ein wenig am Rad zu drehen beginnt. Nicht nur, dass sich bald überraschende Parallelen zwischen Jeffs Leben und dem des Filmemachers Gramm ergeben, der damals seine Familie mitsamt seiner schwangeren Frau abgeschlachtet hatte, es scheint auch so, als würde das, was der Autor bereits geschrieben hat, sich nun tatsächlich in der Realität ereignen. Nach einigen merkwürdigen Unfällen eröffnet ihm seine Freundin Tree dann auch noch, dass sie schwanger ist. Ab dem Punkt ist Jeff dann beinahe soweit, selbst zur Axt zu greifen. Und George drängt weiterhin auf die Fertigstellung des Skripts... "Evil Eyes" ist ein unscheinbares, kleines Horrorfilmchen aus einer Zeit, als man bei der Produktions-Klitsche The Asylum noch noch nicht knallhart die Mockbuster-Schiene gefahren hat... was allerdings nicht bedeutet, dass für den steten Output an Billig-Streifen nicht doch hier und da kräftig abgekupfert wurde. In diesem Fall standen offenbar Wes Cravens "Freddys New Nightmare" und Mario Azzopardis kanadischer Schocker "Deadline" Pate, in denen es ja auch bereits um das Verwischen der Grenzen zwischen Realität und Fiktion und den mörderischen Einfluss von Drehbüchern auf die Hauptfigur ging. Nun ja, ganz im Gegensatz zu den genannten Vorbildern ist das Ergebnis hier bestenfalls mittelmäßig, leidet aber zugegenermaßen nicht ganz so arg an den wie immer miesen Produktions-Bedingungen und dem merklich niedrigen Budget (das wohl - wenn überhaupt - für die beiden bekannten Nasen Adam Baldwin und Udo Kier im Cast draufgegangen ist), wie das bei so manch anderem The Asylum-Hobel bislang schon der Fall gewesen ist... und auch noch sein wird. Leider hat es Regisseur Mark Atkins aber schlicht nicht gepackt, seine Geschichte psychologisch nachvollziehbar zu gestalten und lässt zudem innerhalb einer gehetzt wirkenden Inszenierung einige interessantere Details nur am Rande stattfinden... eben mit dem Resultat, dass man als Zuschauer dem Verlauf der Handlung halt leider nicht so ohne weiteres folgen kann und will. Die eingebrachten Überraschungen und Plot-Twists zum Ende hin sind dann auch definitiv zu gezwungen, um für voll genommen zu werden, was "Evil Eyes" demnach als belanglosen Krimskrams abstempelt, der schnell in der breiten Masse ähnlich misslungener Direct-to-DVD-Veröffentlichungen untergeht. Sehenswert für seine Preisklasse sind allenfalls die nur kurz angespielten Make Up-Effekte und natürlich wieder mal Udo Kier, der ganz enorm creepy ist und seinen Part als fieser Film-Produzent natürlich gebührend mit Leben ausfüllt. Verhohnepiepelt werden sich hingegen die Gore-Bauern vorkommen, denn im Vergleich zu einigen anderen, heftigeren Horrorfilmen aus dem The Asylum-Stall wie "Dead Men Walking" oder "Shapeshifter" geht es hier gesittet und harmlos zu, auch wenn die Auswahl der Screenshots auf der Cover-Rückseite doch ein paar splatterige Momente suggeriert, die im fertigen Film allerdings in Sekundenschnelle abgehandelt werden... ach ja, und irgendwelche "bösen Augen" tauchen natürlich auch nicht auf...

4/10

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