Kategorie "Comic-Verfilmungen die die Welt nicht braucht": Wir erinnern uns noch alle an ihn, den Cowboy der schneller schießt als sein Schatten, das große Vorbild eines jeden kleinen Westernfreaks und der Comic-Schwarm aller Mädels: Lucky Luke. Und seine Hauptgegner waren vor allem die total verblödeten Dalton-Brüder, die immer ein ganz großes Ding drehen wollten und jedes Mal kläglich daran scheitern. Ein Festival unter den Comicreihen. Nun soll ihnen ein moderner französischer Film eine Hommage bieten, sprich die depperten Vierlinge auf die Leinwand bringen. Als Zugpferd gibt es dann natürlich noch Lucky Luke, in Form von Til Schweiger, dazu und alles hätte wirklich schön schräg werden können. Leider aber ist "Les Daltons" nur eins geworden: unbeschreiblich dämlich.
Ja, was haben sich die Franzosen dabei wohl wieder gedacht? Nachdem sie ja bereits das chaotische Duo Clever und Smart, mit ihrer Realfilmung, größtenteils in den Sand gesetzt haben, so waren die Gags dort wenigstens manchmal so derart grob und böse, dass man bei der richtigen Stimmung dennoch so manches mal lachen konnte. Doch der Film um die Daltons spottet jeder Beschreibung, auch wenn die Story eigentlich ganz nett klingt. Denn die vier Daltons machen sich mal wieder auf den Weg, um ein ganz großes Ding zu drehen. Dazu brauchen sie allerdings einen magischen Hut, der sie quasi unsterblich macht. Also machen sie sich zuerst auf die Suche nach dieser Kopfbedeckung, um danach eine der größten Banken im Wilden Westen auszurauben. Das so ein großes Unterfangen, bei einem Gesamt-IQ von -70 allerdings nur schief gehen kann, versteht sich da fast von selbst. Und ein Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten, ist ihnen auch schon auf den Fersen... Wie ein jeder sicherlich schnell merkt, geht es in diesem Film eigentlich so gut wie gar nicht um den großen Comicheld mit den zwei großen Ls, sondern rein und allein um die Daltons. Und alles in allem ist die reine Story auch wirklich passend und ziemlich genau so, wie man es bei einer Comic-Verfilmung dieser Art erwarten würde. Logik und Tiefgang erwartet man nicht, hauptsächlich Spaß soll das Ganze machen und einen vielleicht ein wenig in Nostalgie und Erinnerungen schwelgen lassen an Zeiten, in denen man noch selbst in den Kultcomics schmökerte. Leider gelingt es dem Film aber nicht, auch nur mit einem guten Gag aufzuwarten.
Denn was der Zuschauer hier vorgesetzt bekommt, ist eiskalte Kinderkacke, der absolut unkomischsten Sorte. Die Daltons benehmen sich hier noch um ein vielfaches Blöder als in den Comics und haben anscheinend wirklich so wenig in der Birne, dass man sich schon wundern mag, wie sie wohl jeden Morgen die Toilette treffen. Ein Witz ist hier chaotischer als der andere, unglaublich naive Plattitüden sind an der Tagesordnung. Und dabei geht es nicht einmal sonderlich grob her, nein Fäkalienhumor oder sonderlich übertriebene Kloppszenen gibt es hier eigentlich nicht. Sondern es ist einfach die derart übertriebene Naivität, die einem als Erwachsener hier zum schreien bringt und wohl selbst den Kindern schnell auf die Nerven fallen dürfte. Dazu gibt es einige grottige Computereffekte aus der allerhintersten Kinkerlitzchen-Schublade (z. Bsp. einen fliegenden Schädel oder Lucky Lukes wirklich grottendämlicher Schatten), die ebenfalls kaum für Unterhaltung sorgen können. Kurzum, hier hat man es echt mit einem Witze-Sammelsorium zu tun, bei dem man sich eher übergeben muss, als das man darüber lachen kann.
Hinzu kommt die Frechheit, dass man zwar mit Lucky Luke groß Werbung macht und man Til Schweiger dabei immer wieder in ein großes Licht rückte, aber das man von Luke im fertigen Film so gut wie gar nichts mitbekommt. Wenn es hoch kommt hat Schweiger mit seiner Figur hier gerade mal eine Screentime von 5 Minuten, die dabei aber ebenfalls so derartig dämlich ausgefallen ist, dass man sich fragt, wie sich ein deutscher Schauspieler mit so großem Namen, für so einen französischen Dünnschiss hergeben konnte. Jedenfalls ist Schweiger hier absolut nichts anderes, als das Zugpferd der Marketingabteilung.
Wenigstens bedingt gelungen ist dafür das Drumherum. Zwar wirken auch die Kulissen hier nicht besonders überzeugend, dafür sind sie aber alle schön knallbunt ausgefallen, so wie man es bei einem bunten Comic wie Lucky Luke erwarten würde. Zudem kann auch der, etwas übertriebene Einsatz der Farbfilter gefallen. Und auch die Musikauswahl, u.a. "Battle Without Honor or Humanity" aus Tarantinos "Kill Bill", ist überzeugend geraten. Wirklich etwas gerettet wird dadurch allerdings nichts.
Abschließend noch ein paar Worte zu den Schauspielern, die ebenfalls allesamt grauenhafte Leistungen ablegen. Die vier Darsteller der Daltonbrüder passen allesamt nicht zu ihren Comicfiguren und zerstören, mit ihrem blöden Gehampel, die Figuren völlig. Da passt Schweiger zu seinem Lucky Luke schon wesentlich besser, aber auch er schwächelt und ist, wie schon erwähnt, nur selten zu sehen. Und auch die restlichen Darsteller machen ihre Sache schlecht!
Fazit: Unterirdisch schlechte Comic-Verfilmung, einer der bekanntesten, französischen Comic-Reihen aller Zeiten. Auch wenn die Story an sich eigentlich ganz nett ist, so ist die Umsetzung nicht nur ungemein kindisch und naiv ausgefallen, sondern kann auch mit keinerlei gelungen Gags aufwarten und langweilt einem somit auf die Dauer einfach nur zu tode. Dazu sehr schlechte Darstellerleistungen und eine derartig trügerische Marketingstrategie, dass einem regelrecht schlecht werden kann. Ein paar gelungene Spielereien mit den Farbfiltern, sowie das wenigstens halbwegs gelungene Drumherum, bewahren das Treiben zwar vor dem absoluten Bodensatz, aber wenigstens zu einem "unterdurchschnittlich" reicht es deshalb noch lange nicht. Kurzum: Finger weg!
Wertung: 2,5/10 Punkte
Anmerkung: Diese Besprechung erscheint demnächst auch auf filmbesprechungen.de