Eine junge Frau wird tot am Strand aufgefunden. Suizid, sagt die Gerichtsmedizin, Mord, sagt der Vater. Und der lässt nicht locker, bis die Cops Gaines und Belgrave sich doch darum kümmern. Derweil kämpft Gaines mit seinen Gefühlen zum Call Girl Nicole, mit der er liiert ist.
Herrje, Routinier Robert Aldrich hat hier einen mächtig zähen Slow-Burner abgeliefert und das trotz gut aufspielender Stars.
Die Geschichte steigt zwar direkt ins Geschehen ein, entwickelt aber ein derartiges Schneckentempo und präsentiert so ziemlich alle Figuren, mit Ausnahme der betörend schönen Catherine Deneuve als Nicole, als Choleriker, Zyniker, empathielos, pietätlos und/oder übergriffig gegenüber Frauen. Keine der männlichen Figuren ist irgendwie sympathisch oder taugt als Identifikationsfigur. Und Catherine Deneuve hat leider nicht mehr zu tun, als Telefonsex oder liebende Frau von Burt Reynolds zu spielen. Sie tut das mit Verve, ihr Können ist in dieser, wenngleich großen Rolle, aber schlicht vergeudet.
Punkten kann der Film letztlich nur noch mit dem 70s-Flair und der Atmosphäre, die hier ausgesprochen stimmig sind. Der Rest ist vor allem ein Beziehungsdrama, denn der Kriminalfall wirkt wie eine Nebensache und kommt deutlich zu kurz.
Spätestens ab dem letzten Drittel ist gefühlt alles egal. Wer hier was macht und mit wem interessiert nicht mehr wirklich. Zumindest ich hatte zu kämpfen, um den zähen Film bis zum Finale durchzuhalten. Und das ist dann zwar durchaus etwas überraschend, aber auch höchst unbefriedigend. Aber immerhin hat am Ende ein gewisser Robert "Freddy Krüger" Englund einen kurzen, aber entscheidenden Auftritt.
Großteils quälend lang und zäh wie altes Schuhleder, bietet aber eine gute Atmosphäre, gute Darstellende, eine bildschöne Catherine Deneuve und Freddy Englund/Robert Krüger. Ansonsten zu viel geschwätziges Drama, zu wenig Krimi. Die Sterne bekommt vor allem Frau Deneuve.