Wo ein erfolgreicher Slasherfilm ist, da lässt auch das Sequel nicht lange auf warten – bei „Halloween“, dem Urvater des modernen Slasherfilms, auch nicht anders.
Die Ereignisse von „Halloween 2“ schließen direkt an den Vorgänger an: Es ist immer noch die grausige Halloween-Nacht, in der Maskenmörder Michael Myers drei Teenies in Haddonfield killte und bei der Jagd auf Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) von seinem ehemaligen Psychiater Dr. Sam Loomis (Donald Pleasance) mit sechs Kugeln getroffen wurde. Doch wie man es vom Ende des Vorgängers kennt, hat Michael auch dies überlebt und kraucht nun durch Haddonfield.
Laurie wird derweil ins örtliche Krankenhaus gebracht, wo man ihre Wunden versorgen will. Loomis mobilisiert derweil die Polizei zu einer Suchaktion, um Michael zu stellen. Tatsächlich geraten sie auch an jemanden, der ein Kostüm wie Michael trägt und vor ihren Augen überfahren wird. Ist dies das Ende von Michael Myers? Natürlich nicht, denn sonst wäre der Film schnell vorbei, aber immerhin ist dies ein geschickter Kniff, um die Suche auf Michael zu verlangsamen und ihm mehr Möglichkeiten zu geben.
So folgt Michael Laurie zum Krankenhaus, schleicht sich dort ein und schneidet als das Hospital erst mal durch Zerstören der Telefonanlage von der Außenwelt ab. Dann schleicht er durch das Spital und bald sind nicht nur die Telefone tot...
„Halloween 2“ erreicht leider nicht die Raffinesse des brillanten Carpenter-Originals, doch es handelt sich hierbei neben „Halloween H20“ um das beste Sequel des Klassikers. Im Gegensatz zum Original fällt leider das Aufbauen der Bedrohung zu Anfang weg, da Michael ja bereits am Wüten ist, doch dafür lässt „Halloween 2“ Michael Myers früher auf seine Opfer los. Dadurch erzeugt der Film schon von Anfang an ein gewisses Maß an Spannung, das durch die zeitliche wie räumliche Geschlossenheit (der Film spielt nur in der Halloween-Nacht und größtenteils im Krankenhaus) bis zum Ende aufrecht erhalten wird. Zwar erweist sich „Halloween 2“ etwas simpler als der Vorgänger und kann auch nicht dessen Gänsehaut aufrecht erhalten.
Vor allem in der Mordszenen zeigt sich Rick Rosenthal jedoch als recht fähiger Regisseur: Stets wartet man, wann Michael denn sein Opfer anfällt und dann geschieht es doch in einem Moment, in dem man es nicht erwartet. Gegen die Mordszenen aus Carpenters Erstling kommen diese zwar nicht an, auch wenn deutlich mehr gekillt wird als im Vorgänger. Dabei gibt es auch ein paar derbe, gut gemachte Gore-FX zu sehen, obwohl „Halloween 2“ aus heutiger Sicht auch in der ungekürzten Fassung gar nicht mal so brutal wirkt (vergleicht man den Film mit dem deutlich härten sechsten Teil der Reihe kann man das Hickhack um die deutschen Fassungen nicht so ganz nachvollziehen). Hinzu kommen ein paar nett platzierte Schocks, meist wenn unerwartet der Alarm im Krankenhaus losgeht.
Woran es bei „Halloween 2“ hapert, das sind die Charaktere. Gut, bei einem Slasher erwartet man nicht allzu viel Tiefgang, doch wirklich halbwegs ausgearbeitet sind hier nur die Figuren aus dem Vorgänger: Laurie und Dr. Loomis, der sich hier einen Wolf über Michaels Herkunft philosophiert (ein wenig keltische Mystik kommt z.B. auch hinzu). Die restlichen Figuren sind erster Linie Krankenhauspersonal, das zwar einen Job hat, aber sonst kaum eine Bedeutung (abgesehen von Metzelmasse). Das ist zwar besser als die Abziehfiguren aus den „Freitag, der 13te“-Filmen, doch im Vorgänger hatte man etwas mehr Bezug zu den Figuren (und daher auch mehr Angst um sie).
Darstellerisch ist „Halloween 2“ durchaus eine solide Bank und das ist erfreulich, da die meisten Horrorfilme dieser Zeit nicht unbedingt für schauspielerische Höhenflüge bekannt sind. Die mit Abstand besten Leistungen bringen natürlich Pleasance und Curtis (wenn auch beide schon Überzeugenderes in ihren Karrieren geleistet haben), aber auch die Nebendarsteller zeigen durchweg ganz ordentlich Performances.
So kann man bei „Halloween 2“ letztendlich von einem ziemlich spannend durchgezogenen Slasher sprechen, der das Original erfreulich konsequent weiterführt. Zwar fehlt der Nervenkitzel vom tollen Vorgänger, doch gute Genreunterhaltung bekommt man definitiv geboten.