"Halloween 2" setzt genau dort an, wo der erste Teil aufhörte. Eine sichtlich gute Wahl, die den Gesamteindruck des Films leider nicht retten kann. Regiesseur Rick Rosenthal wollte sich möglichst dicht an das Original halten um keine grundlegende Fehler zu publizieren. Doch leider lag der Fehler genau dort. Die gleiche Sichtweise des Erstlings deutet sich durch verschiedene Merkmale, wie z.B. die subjektiven Kamerafahrten, an. Dennoch sollte man Rosenthal zugute kommen lassen, dass er sein Bestes gegeben hat. Schade nur, dass der Zuschauer davon zu wenig mitbekommt. Die Story bietet genügend Freiraum, um einige Spannungsmomente ordentlich zu plazieren. Dieser Freiraum wurde nur leider nicht ausreichend genutzt. Da die Grundperspektive anders als im Original ausfallen sollte, wurde eine neue Rahmenthematik, die sich speziell auf das örtliche Krankenhaus spezialisiert, hineinfungiert. Sichtlich eine gute Wahl, optisch ein biederes Machwerk solidarischer Vorlage.
Der gesamte Film bemüht sich stetig um eine düstere Atmosphäre, die zwar deutlich aufkommt, aber nur wenig zum Zuschauer hinüberpendelt. Zudem fallen noch sämtliche Logikfehler auf: Warum besteht das gesamte Krankenhauspersonal aus weniger als 6 (!) Leuten? Wo befinden sich die anderen Patienten? Derbe Logikfehler, die den Filmspass arg abflauen lassen.
Die Darsteller lassen einen Lichtblick offenbaren: Jamie Lee Curtis ist wieder in ihrer Paraderolle zu sehen und überzeugt erneut als ängstliches Opfer in der Nacht. Auch hier macht sie ihrem Ruf als "Scream-Queen" wieder alle Ehre. Nur wurde sie zu wenig in die Story eingebaut. Ihre Charakteristik erscheint hier mehr im Nebenkontrast. Donald Pleasence, dessen Figur sich aus Jäger und Opfer perfekt kombiniert, ist auch wieder dabei und erfreut den Zuschauer mit altgewohnter Art. Es wird bereits deutlich, dass "Dr. Loomis" hier mehr zum Jäger mutiert und seine charakteristischen Züge der Gleichbesinnung dem Hass weichen. Die restlichen Nebendarsteller spielen ihre Rollen soweit ab, bis aus ihrer Figur nur noch Luft entrinnen kann. Charles Cyphers Mimik deutet sich so, als würde er verzweifelt seinen Gehaltsscheck suchen und ihn erst dann bekommen, wenn er noch dümmer in die Kamera starren würde, als erlaubt. Eine glatte Fehlbesetzung.
Da man in den Bereichen Spannung, Atmosphäre und Optik kaum noch punkten konnte, was wohl auch Regiesseur Rosenthal deutlich wurde, beschloss man, sich auf ein paar Gore-Effekte zu konzentrieren, um somit den mündigen Zuschauer vom flauen Rest abzulenken. Es sind somit ein paar harte Szenen vorhanden, die der Story aber keinen Faden verleihen konnten und den Begriff "Beschlagnahmung" ins absolut Lächerliche ziehen. Sollte man auch dem unparteiischen Gedanken seinem Weg folgen, würde sich das Loch nicht schließen.
Fazit: Teils solide Fortsetzung in düsterer Optik mit fadem Nachgeschmack. (4/10)