Review

Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Veröffentlichung von XT - remastered und in einer kleinen Hartbox erschienen!

Nach dem Schrecken, den mir Rob Zombies unnötige Neuinterpretation dieses Klassikers verursacht hatte, blieb mir einfach keine andere Wahl, als nach dem Original zu greifen und mir das zu gönnen, was ich im Remake hoffnungslos gesucht hatte.

Und unter der Regie von Rick Rosenthal, bewacht vom Meister John Carpenter persönlich, der die Fortsetzung zusammen mit Debra Hill produziert und auch das Drehbuch verfasst hatte, entstand ein spannender, herrlich altmodischer Slasher, der das Original qualitativ nicht übertreffen, aber durchaus mit einer logischen Weiterführung der Handlung und einem enormen Spannungsaufbau überzeugen konnte.

"Halloween II" setzt genau dort an, wo das drei Jahre zuvor entstandene Original aufgehört hatte und zeigt Michael Myers einmal mehr als gnadenlosen Killer, der bei seinem Vorhaben, seine einzige noch lebende Verwandte - nämlich Laurie Strode - zu töten, jeden kaltblütig umbringt, der sich ihm dabei in den Weg stellt.
Dabei geht Michael sehr vielseitig ans Werk und auch wenn vieles nur angedeutet oder rechtzeitig abgeblendet wird, zählte dieser Teil der "Halloween"-Reihe lange Zeit als der brutalste von allen.
Blut fließt nur in Maßen: ein Kehlenschnitt in Nahaufnahme und ein von kochendheißem Wasser verbranntes Gesicht sind dabei die blutigen Höhepunkte, doch die Vielseitigkeit und Brutalität, mit der Michael sich durch die Handlung metzelte, setzte seinerzeit Maßstäbe und führte zu einer bundesweiten Beschlagnahmung.

Bei aller mehr oder weniger angedeuteten Härte setzt "Halloween II" auch auf unblutige Schocks (die altbewährte Katze, die fauchend aus dem Schrank springt darf natürlich nicht fehlen), die klaustrophobische Atmosphäre der dunklen Krankenhausflure und die subjektiven Kamerafahrten aus der Sicht Michaels in Einklang mit dessen unheimlcher Atmung.
Diese Stilmittel zusammen mit dem von John Carpenter kreierten Score sorgen dafür, dass "H II" seinem Vorgänger in punkto Spannung und Thrill in nichts nach steht.

Neben Michael Myers sind vor allem auch die Rollen der Laurie Strode und des Dr. Sam Loomis - erneut dargestellt von Jamie Lee Curtis und Donald Pleasence - die Säulen, die das Gerüst der sehr dünnen Handlung tragen.
Jamie Lee Curtis wird dabei sogar fast zur Nebenrolle degradiert und die Rolle des Dr. Sam Loomis hervorragend ausgebaut. Donald Pleasence geht in seiner Rolle als Gegenpart von Michael Myers wunderbar auf und wird von der Besessenheit, diesen geisteskranken Killer zu stoppen, immer weiter angetrieben - Anweisungen mißachtend und sogar bereit, sich selbst zu opfern um dadurch weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Die Handlung der Fortsetzung passte wahrscheinlich auf einen noch kleineren Bierdeckel als die des ersten Teils und ein Anstieg an graphischer Härte ist noch lange keine Garantie dafür, dass dem Zuschauer einige schwerwiegende, logische Ungereimtheiten auffallen:
da wären zum einen Laurie Strodes unglaubliche sportliche Fähigkeiten nach dem Bruch (!!!) ihres Fußgelenks (dabei kann sie den Knochen von Szene zu Szene mal mehr, mal weniger beanspruchen) und ihr Schockzustand nach einer Medikation, der bereits in der nächsten Szene verflogen zu sein scheint, da sie da bereits wieder durch die Gänge des Krankenhauses streift.
Auch will sich mir nicht so recht die Bedeutung von "Samhain" und der damit verbundenen keltischen Riten erschließen.

Davon ab ist und bleibt auch "H 2" ein Meilenstein des Genre und die beste Fortsetzung innerhalb der gesamten Reihe!

7,5 Kürbisse

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