Review
von SimpleSimon
Michael Myers ist auf der Flucht. Obgleich Dr. Sam Loomis mehrfach auf den messerwetzenden Psychopathen geschossen hat, entkommt dieser in das Dunkel der Halloween-Nacht 1978. Laurie Strode wird verletzt und mit einem schweren Schock in das Haddonfield Memorial Hospital gebracht. Was sie nicht weiss ist, dass das Blutbad erst noch seinen Höhepunkt erreichen soll, denn Michael verfolgt ihre Spur bis in's Krankenhaus und tötet dabei jeden dessen Weg er kreuzt.
Irgendwie empfand ich es schon immer als überdeutlich, wie stark das Sequel im Direktvergleich zum Original abfällt. Obgleich der gesamte Film bis auf die letzte Szene ausnahmslos nachts spielt und es zumindest streckenweise zweifelsfrei schafft, eine angenehme Gruselatmosphäre aufzubauen, scheitert er zumindest teilweise an den Figuren und dem Drehbuch, das leider lange nicht an die Cleverness von John Carpenter's Original heranreicht. Dass die Mordszenen deutlich selbstzweckhafter wirken als im ersten Teil ist kein Zufall - nachdem in den Jahren 1980/81 eine Reihe von sehr brutalen Streifen wie 'Friday the 13th', 'Graduation Day', 'Mothers Day', 'Happy Birthday to Me', 'My Bloody Valentine', 'Prom Night' oder 'Friday the 13th Part 2' gerade dabei waren einen neuen Trend im Horrorgenre auszubauen, entschied man sich für 'Halloween II', eine Reihe von Goreszenen nachzudrehen um die Brutalität des Films zu erhöhen.
Der Nebeneffekt ist der, dass Michael Myers eher wie Mr. Voorhees zu Werke geht und sich dabei recht wenig darum kümmert ob er seine Hände in kochendes Wasser tauchen oder gleich in Flammen aufgehen muss. Glastüren werden weder geöffnet noch zerschlagen, es wird einfach durch sie hindurchgelaufen (eine der definitiv schlechtesten Szenen des Films), und während in Teil 1 noch ein einziger Kleiderbügel reichte um Myers auf die Bretter zu schicken kann er hier gleich mehrere Kopfschüsse einstecken und läuft immer noch unbeirrt weiter wie Mr. Unkaputtbar. Und warum der Killer mit der Geschindigkeit einer Schildkröte diesen seltsamen Roboter-Gang auffährt, wer weiss es.
Ich weiss, das sehen viele anders, aber ich kann an dieser Stelle nur meine eigene Meinung wiedergeben und die sieht so aus, dass Teil 4 das Original würdiger und mit Abstand besser fortsetzte, selbst Teil 6 (und Teil 7 sowieso) geriet spannender und unterhaltsamer. Der hier ist definitiv ein bisschen überbewertet und bewegt sich für mich allenfalls im Durchschnittssektor.