Die Fortsetzung von John Carpenters Kult-Horror setzt da an, wo der Vorgänger endete. Wobei, sogar noch etwas davor, bekommt man doch quasi den Schluss von „Halloween“ (1978) nochmals präsentiert, um von da aus direkt weiterzumachen. Allerdings gibt es nicht wirklich viel zu erzählen. Michael Myers hat überlebt und streift weiter in der Halloweennacht durch Haddonfield, Dr. Loomis und der Sheriff sind auf der Suche nach ihm und Laurie Strode wird ins örtliche Krankenhaus gebracht.
Was heißt, dass Myers dort auch irgendwann auftaucht und die Belegschaft dezimiert. Inszeniert von Rick Rosenthal folgt die Fortsetzung der klassischen Formel, durch den direkten Anschluss spart man sich auch jedwede Einführung. Da muss es eben reichen, dass Dr. Loomis immer wiederholt, wie böse der Maskierte doch ist. Es geht eben weiter. Dabei ist das nächtliche Setting durchaus atmosphärisch und die kurze Zeitspanne, in der all das hier spielt, trägt ebenfalls dazu bei. Dennoch gelingt es dem Sequel nie, das Spannungslevel des ersten Teils zu erreichen. Gerade in dem langen Abschnitt im Krankenhaus hängt der Streifen immer wieder mal durch.
Das liegt auch daran, dass der Laden auffallend unterbevölkert ist. Gefühlt arbeitet nur eine Handvoll Leute dort, andere Patienten scheint es gar nicht erst zu geben. So schleichen die immer gleichen Gestalten durch die leeren Gänge, zudem ist das Techtelmechtel zwischen Sani und Schwester recht öde.
Die Personifizierung Myers' als das ultimative Böse fügt der Figur eher wenig Spannendes hinzu und es wirkt bemüht, dass man noch eine weitere Verbindung zwischen zwei Figuren konstruiert. Aber immerhin versucht man sich so an einer Erweiterung, denn das Meiste hier ist Malen nach Zahlen und in erwartbarer Regelmäßigkeit beseitigt der maskierte Killer mal wieder jemanden. Und geschieht dies auch sichtbar härter als im Vorgänger, so ist Teil zwei letztlich sehr formelhaft. Natürlich ist das dem Subgenre immanent, aber das Drumherum kann die Angelegenheit dennoch spannend machen (siehe Vorgänger). In dieser Hinsicht ist „Halloween II“ zwar bemüht, es will aber nicht richtig funktionieren. Liegt vielleicht auch am deplatzierten Witz und den sich streckenweise dämlich verhaltenden Figuren. Dennoch gibt es auch diverse gelungene Elemente wie POV, die nächtliche Kleinstadt oder eben den erhöhten Bodycount.
Die Musik von John Carpenter und Alan Howarth wiederholt und variiert das bekannte Thema und ist meist passend eingewoben. Das gilt nicht für jedes Sounddesign. Visuell ist das Sequel angenehm unaufgeregt eingefangen und übersichtlich bebildert. Hier passt die Behäbigkeit zur sich ebenso fortbewegenden Mordmaschine.
Wieder mit dabei sind Jamie Lee Curtis als Laurie und Donald Pleasence als Dr. Loomis. Die eine ist wieder das Opfer, der andere untermauert seine Unfähigkeit. Charakterlich tut sich hier ziemlich wenig, der Rest ist meist Staffage und wartet sozusagen nur darauf, beseitigt zu werden.
„You don't know what death is!"
Solide Fortsetzung des Klassikers, die dem Original aber in keiner Disziplin das Messer reichen kann. Trotz der Beteiligung von John Carpenter auf mehreren Ebenen. Die Erzählung ist holprig, es fehlt an einem Spannungsbogen sowie einem ausbalancierten Tempo, was auch nicht durch die höhere Anzahl an Kills kompensiert werden kann. Man muss damit klar kommen, dass sich viele Leute deppert verhalten, aber das gehört quasi schon zum Genre. Dennoch bietet auch die Fortsetzung einige stimmungsvolle Abschnitte und ist unter Strich ein okayer Slasher, dem aber das Besondere abgeht.