Ein Meilenstein der B-Action. Ich denke, diese Aussage trifft es auf den Punkt. Denn was Regisseur Sam Firstenberg und sein Duo Dudikoff/James hier fabrizieren, ist B-Unterhaltung erster Güte mit rasanter Nonstop-Action und einer relativ guten Story (die dann fast identisch im dritten Teil verwurstet wurde).
Nach dem überraschenden Erfolg des ersten Teils, der Michael Dudikoff zum Durchbruch verhalf, kam auch die Fortsetzung (insgesamt brachte es die Reihe auf 5 Filme) bei Actionfans gut an. Produziert unter den Fittichen der Kultschmiede Cannon Pictures, die leider Anfang der 90er ihre Pforten schließen musste, erweißt sich „American Ninja 2“ als kurzweiliger Actionspaß, bei dem die Logik jedoch leider schon im Vorspann flöten geht.
Kollege Dudikoff, immer noch mein Liebling unter den B-Haudegen, war ja noch nie für große Schauspielerei bekannt. Trotzdem hielt sein Karrierehoch relativ lange bis Ende der 90er an, wo er dann mit Engagements für Royal Oaks und Phoenician in den Untiefen des B-Genres verschwand. Inzwischen ist er in Rente, ich würde mich jedoch noch mal über ein Comeback á la Seagal freuen. Denn verdient hätte es Dudikoff mehr denn alle anderen, wurde er sowohl von Kritikern als auch von den großen Studios mehr als einmal abgestraft. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Hier jedenfalls agiert er wie immer mit gelassener Miene und wortkarg, lässt lieber Fäuste sprechen und bildet mit Filmpartner Steve James (der ja leider 1993 an Krebs verstarb) ein schlagreiches Duo. Regisseur Sam Firstenberg lässt ganze Ninja-Horden auf die beiden Kämpfer los, es gibt tolle Martial-Arts Szenen mit erstaunlich hohem Bodycount. Bei den groß angelegten Fights werden mehr als eine Inneneinrichtung zerstört, die Stunts sind aufwendig und die Choreographie ist ordentlich. Die zwischenzeitliche Verfolgungsjagd mit abschließendem Carstunt und Explosion ist ein Augenschmaus und unterlegt die Klasse der Cannon-Produktionen damaliger Zeit.
Alles in allem ist die Action also häufig und flüssig inszeniert, es wird nicht gespart und auch sonst sieht das Ganze relativ schick aus.
Aber Schwachpunkte hat jeder Film – so auch dieser. Die Logik ist schlichtweg nicht vorhanden, die Story ab der Mitte zu vorhersehbar. Der Anfang ist durchaus spannend geraten, danach geht’s aber steil bergab.
An der Inszenierung gibt’s grundlegend nichts zu bemängeln, für das Budget ist dies schon eine Meisterleistung. Score und Kamera wissen, was sie tun und haben A-Niveau.
Die Darsteller liefern keine großen Leistungen ab – wird aber auch nicht benötigt. Fürs Kino langte so was damals noch, heutzutage würde der Streifen „straight to DVD-Auswertung“ wandern. Apropos. Verdient hätte dieser Film eine deutsche DVD-Auswertung allemal.
Fazit:
Actionspaß zum Quadrat mit einer logikfreien, nur am Anfang spannenden Story. Darsteller und Inszenierung geben sich keine Blöße und lassen das Herz des Actionfans höher schlagen. Die Kämpfe sind keine Offenbarung, aber durchweg gut choreographiert und mehr als ausreichend vorhanden.
Schade, dass das Trio Dudikoff/Firstenberg/Cannon danach (gezwungenermaßen) getrennte Wege ging, denn dieser Film macht schlichtweg Laune. WATCH OUT!