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Ninjas waren in den 80’ern in. Sicherlich gab es auch in den 70’ern viele Filme, die diese schwarz gekleideten Meister des Nahkampfes zum Inhalt hatten, doch in den 80’ern war es en Vogue sie in amerikanische Actioner zu packen. Die Ergüsse, die am Ende dabei herauskamen waren in den meisten Fällen nicht der Rede wert. Eine Ausnahme bildet (zum Teil) die „American Fighter“-Reihe, die im Original treffender „American Ninja“ heißt.

Nach dem Erfolg des ersten Teiles fand sich das Team bestehend aus Regisseur Sam Firstenberg und den Darstellern Michael Dudikoff und Steve James wieder zusammen, um eine Fortsetzung zu drehen. „American Fighter 2“ weiß dabei durchaus zu gefallen. So dient eine sonnige Karibiklandschaft als Kulisse für ausgedehnte Fights, die im typischen 80’er-Stil gehalten sind: Dies bedeutet, dass die Kämpfe zwar nicht so perfekt aussehen, wie in aktuellen Produktionen. Dafür werden eine gehörige Portion Knochen gebrochen. Doch ganz so schlimm, wie sich das jetzt anhört, ist der Film nicht. Eine Kneipenschlägerei zur Mitte des Films wirkt gar beinahe wie die Klopperei in einem Bud Spencer / Terence Hill – Streifen. Warum „American Fighter 2” immer noch indiziert ist, wird dem heutigen Betrachter nicht klar. Längst wirken aktuelle FSK 16-Produktionen brutaler als das hier Dargebotene.

Neben den beschriebenen Fights bekommt der Actionfan hier einige lockere Sprüche, einen netten Soundtrack und das Actionduo Dudikoff / James geboten. Wer Fan dieser Art Filme ist, oder gar mit ihnen aufgewachsen ist, der wird an „American Fighter 2“ seine helle Freude haben. Diese Art Filme haben es zu dieser Zeit verstanden aus den begrenzten Budgets, die zur Verfügung standen solide Actionfilme zu machen, die an keiner Stelle billig wirken. Szenen, die aufgrund zu teurer Special Effects billig wirken würden, gibt es nicht. So beschränkt sich „American Fighter 2“ auch auf Klopperei, Autoverfolgung und ein wenig Ballerei.

Vergleicht man den ehemaligen hoffnungsvollen Nachwuchsstar am Actionhimmel Michael Dudikoff mit mittlerweile (zumindest im Mainstreamkino) gescheiterten Actionhelden wie Van Damme oder Seagal, muß man anmerken, dass er seine Sache auch nicht schlechter macht, als die genannten Recken. Charakterdarstellung geht anders, doch für die Rolle als recht schweigsamer Kämpfer reicht es allemal. Sein (mittlerweile verstorbener) Buddy Steve James ist ebenfalls eine gute Besetzung. So wirkt er physisch sehr präsent und hat zudem fast alle coolen Oneliner im Film.

Alles in allem kann man sich den Film heutzutage gut ansehen, wenn man Spaß an einfachen Actionfilmen hat, die nicht durch ein besonders ausgefeiltes Script bestechen, sondern einfach Laune machen. Retrospektiv betrachtet wirkt die gesamte Ninja-Thematik ein wenig befremdlich aus heutiger Sicht (Ninjas am Strand ???), doch vielleicht macht auch gerade das den Reiz dieses Strefen aus. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass er den Karriere-Höhepunkt (natürlich zusammen mit dem ersten Teil) der daran Beteiligten darstellt. Für Dudikoff und Firstenberg ging es danach leider nur bergab. Doch wer weiß, vielleicht gelingt den Beiden ja doch noch ein Coup...

Fazit:

7/10

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