American Fighter 2 ist für mich ein Film aus meiner Jugendzeit mit vielen Erinnerungen... Ich kann mich noch gut entsinnen, dass die Fortsetzung des Amerikanischen Ninjas Anfang der 90er (ich war so um die 13) im Nachtprogramm von RTL plus gegen 23 Uhr ausgestrahlt wurde und ich mich heimlich ins Wohnzimmer geschlichen habe, natürlich wurde alles auf VHS aufgenommen und am nächsten Tag in der Schule war man der King oder zumindest fühlte man sich so...
Wenn ich mir den Streifen heute ansehe, frage ich mich manchmal, was ich da so toll fand.... wenn dieses Review vor 30 Jahren geschrieben worden wäre, hätte ich dem Film wahrscheinlich 10/10 Punkte gegeben, heute fällt es mir schwer, mit meiner Wertung gerade noch über den Durchschnitt zu kommen. Kurz zur Story: Joe Armstrong (Michael Dudikoff) und Curtis Jackson (Steve James) bekommen den Auftrag, das Verschwinden von zahlreichen Marins an der amerikanischen Botschaft aufzudecken. Bei Ihren Ermittlungen finden Sie heraus, dass der skrupellose Drogenboss Leo Burke (Der Löwe) die Soldaten gekidnappt hat um aus Ihnen mit der gewaltsam erzwungenen Hilfe von Professor Sanburn genetisch manipulierte Super Ninjas zu erstellen. Gemeinsam mit der Tochter von Professor Sanburn versuchen Sie, dem Löwen das Handwerk zu legen...
Was man dem Film zu Gute halten muss, ist, dass die Action, auch wenn sie teilweise recht billig wirkt, zahlreich stattfindet sowie mit schnellem Tempo und ansprechender musikalischer Untermalung (C64 Synthi Sound) versehen ist, Längen entstehen während der kurzen Spielzeit so gut wie keine und wenn man bereit ist, sein Hirn aus zu schalten und nicht über das gesehene nachdenkt, wird man trotz der hanebüchenen Story ganz gut unterhalten, der typische 80er Jahre B-Action Trash eben, so quasi freigegeben ab ca. 1,5 Promille.
Leider sind die Martial Arts Szenen freundlich formuliert eher durchschnittlich choreographiert, in vielen Einstellungen erkennt man auffallend, dass die Darsteller sich in den Zweikämpfen gar nicht treffen, bei Michael Dudikoff ist man sich als Zuschauer nicht sicher, welche Leistung schlechter ist, seine schauspielerische Darbietung oder seine Fighting Skills. Abgesehen davon sieht man an einigen Stellen Dudikoffs Double (z. B. im Büro vom Colonel bei der Auftragsbesprechung) was selbst für eine B-Produktion ein No Go sein sollte. Die Ninjas, die ja angeblich perfekte Kampfmaschinen sind (genmanipuliert, alles klar) stellen sich an wie die Vollidioten, z.B. schleichen sie sich an Ihre Feinde von hinten an um dann ganz laut zu brüllen bevor sie angreifen, was eher unfreiwillig komisch wirkt als beeindruckend. Der Einzige, der wenigstens so etwas ähnliches wie kämpferische Klasse besitzt ist Steve James, er macht bei seinen Kampfeinlagen eine gute Figur und wertet die qualitativ mittelprächtige Action ein wenig auf.
Der Härtegrad ist bis auf ein paar explizitere Einstellungen im Mittelteil bzw. im Finale eher auf heutigem PG 13 Nivaeu, da ging es im ersten Teil noch deutlich graphischer zur Sache, dass hier bis vor ein paar Jahren eine Indizierung in Deutschland für die ungeschnittene Version vorlag, ist ziemlich verwunderlich (American Fighter 2 war bis April 2012 auf dem Index gestanden, wurde neu geprüft und ist nun ab 16 Jahren freigegeben). Für mich persönlich ist die angepasste Härte kein negativer Kritikpunkt, schlimmer sind aus meiner Sicht die im oberen Absatz technischen Umsetzungsmängel in den Actionsequenzen.
So komme ich mit einem gehörigen Nostalgiebonus auf 5,5 von 10 Punkte in meiner aktuellen Endwertung. Unterhaltsam ist der Film allemal auf seine eigene, trashige Weise, so dass er immer wieder mal den Weg in den DVD Player findet.