So etwas nennt man wohl Gewinnoptimierung: Um Produktionskosten zu sparen, verwendet eine Bestatterfamilie die Särge ihrer „Klienten“ gleich mehrmals, indem sie die frisch Beigesetzten schon in der Nacht nach ihrem Begräbnis kurzerhand exhumiert und nebenbei noch den Grabschmuck mitgehen lässt. Eines Tages taucht plötzlich die übersinnlich begabte Marissa auf – und schwört Rache für die Schändung des Grabes ihres Bruders. Schon bald wandeln die Toten wieder auf Erden, was auch den Mechaniker Duke auf den Plan ruft, dessen ebenfalls erwachte Freundin einige Monate zuvor von den Bestattern ermordet wurde.
Man kann den Machern immerhin nicht vorwerfen, sie hätten sich beim Verfassen des Drehbuches keine Mühe gegeben. Hier wird durchaus eine grundsätzlich annehmbare Geschichte, bestehend aus zwei Handlungssträngen, erzählt. Der eine beschäftigt sich mit Duke, der zuvor annahm, seine tote Freundin wäre „nur“ nach einem Streit aus der Stadt verschwunden und nun ebenfalls auf Rache sinnt, der andere dreht sich um die dubiosen Geschäftspraktiken der Bestatterfamilie Craine, bei der die sadistische Stiefmutter ein hartes Regiment führt und auch vor Mord nicht zurückschreckt, um sich neue Aufträge zu besorgen. Die beiden Teile werden zeitlich relativ ausgeglichen und auch recht straff erzählt, kranken aber an den sehr schwachen Darstellern, die ihren Charakteren zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Sympathie oder Glaubwürdigkeit verleihen können. Zudem sind zwar gute humoristische Ansätze à la „Six Feet Under“ vorhanden, diese werden aber nicht konsequent weitergesponnen und verschwimmen schließlich in der sich streckenweise viel zu ernst nehmenden Handlung, die zudem immer belangloser und traniger wird, je länger der Film dauert. Von düsterer Atmosphäre oder Spannung, wie sie ein guter Horrorfilm auszeichnet, kann ohnehin zu keinem Zeitpunkt die Rede sein – selbst die wenigen kurzen Traumsequenzen wirken eher wie unmotivierte Schnittexperimente und sind dementsprechend überflüssig.
Schon der computergenerierte Vorspann, der entfernt an diverse Benchmarkprogramme erinnert, lässt erahnen, dass man sich hier mit einem minimalen Budget begnügen musste. Dies äußert sich nicht nur an der allgemein mangelhaften Tonqualität, insbesondere bei manchen Dialogen, die aufgrund viel zu lauter Hintergrundgeräusche kaum zu verstehen sind, sondern auch an kaum vorhandenen Effekten, von denen wir nur in den letzten 10 Minuten etwas zu sehen bekommen, und an den ohnehin kaum präsenten Untoten, bei deren Design die Maskenbildner fast ohne Schminke ausgekommen sind. Allenfalls die „Strahleneffekte“, mit denen sich Marissa am Ende verteidigt, sind nett gemacht. Auch auf Logik wurde, vermutlich ebenfalls aus Finanzgründen, ein ums andere mal verzichtet: Die auferstandene Freundin von Duke, die angeblich sechs Monate unter der Erde lag, weist beispielsweise keinerlei Verwesungsanzeichen auf. Solcherlei Patzer lassen sich innerhalb eines solchen Low-Budget-Massenprodukts zwar locker verkraften, tragen aber auch nicht zwingend zu einem guten Gesamteindruck bei.
„The Revolting Dead“ ist insgesamt ein bemühter, aber blutleerer Versuch eines Independant-Horrorfilms, der an zu wenig Humor, einem Nichts an Atmosphäre und schlechten Darstellern scheitert.