Undercover Cop David Brandt (Viggo Mortensen) soll sich alias Nick Davis in die Yakuza einschleußen. Dies gelingt ihm auch als er dem Yakuza Shuji Sawamoto (Ryo Ishibashi) das Leben rettet. Shuji heuert Nick sofort für seine Organisation an. Immer tiefer gerät er so in den Sog der Yakuza, immer schwerer fällt es ihm seine neuen Freunde ans Messer zu liefern. Zu Guter letzt spielt ihm auch noch sein Vorgesetzter Littman (Robert Foster) in die Karten. Er will die Yakuza aus der Stadt haben und dafür verbündet er sich sogar mit dem Mafioso Dino Campanela (Michael Nouri). Doch Nick ist inzwischen zu tief in der japanischen Kultur und beginnt sogar gegen das FBI zu spielen.
Noch aus der Zeit, als "Der Herr der Ringe" Star noch ein recht unbeschriebenes Blatt war. Mangelnde Erfahrung kann man ihm jedoch nicht anhaften. Viggo Mortensen agiert hier nicht nur überdurchschnittlich, sondern hatte zuvor schon einige Hauptrollen, zum Beispiel in Renny Harlins Geisterschocker "Prison" oder in "Leatherface" als fieser Psychopat. Trotz vieler Rollen wie in "Crimson Tide, Die Akte Jane" gelang ihm kein richtiger Durchbruch. Erst als er die Rolle des Aragorn bekam, war ihm der Durchbruch sicher. Auf jeden Fall trug er schon früh zur guten Unterhaltung des Publikums bei. Bei "American Yakuza" haben wir es mit einem überdurchschnittlichen und sehr edel inszenierten B-Movie zu tun. Das Budget war zwar knapp bemessen, doch wozu gibt es fähige Regisseure wie Frank Cappello (Das Yakuza-Kartell). Im abgekupferten John Woo Stil zieht er den knapp 90 minütigen Film ohne Längen vom Leder. Obwohl zu wenig Action vorhanden, bleibt "American Yakuza" stets fesselnd, auch dank der glaubwürdigen Darsteller. Ryo Ishibashi zieht wie im Nachfolger eine charismatische Show ab, Yuji Okumoto (Hard Attack), immer gerne von mir gesehen, dürfte den B-Fans auch ein Begriff sein. Mit Robert Foster als Littman und Michael Nouri als fieser Campanela, sind zwei weitere bekannte Gesichter mit dabei. Schon in Punkto Darsteller kristallisiert sich der Yakuza-Film aus dem Einheitsbrei heraus. Wäre jetzt noch die Story ein wenig ausgefeilter, denn hier können die Drehbuchautoren Max Strom (Best of the Best) Und John Allen Nelson (24, Friends, Seven Days) nur Routine bieten. Immerhin wirkt die finale Dramatik nicht aufgesetzt, doch ansonsten verläuft alles nach Schema F. Viel zu schnell, wie ich finde, ist Nick in der Yakuza vertreten und wird Shujis Vertrauensmann, sogar Freund. Trotzdem ist die kurze Laufzeit ausreichend, um bei den Hauptcharakteren ein wenig in die Tiefe zu gehen. Zu kurz kommt hingegen die Action. Der Film beginnt mit einem großartigen Shootout in bester Woo-Manier. Blutige Einschüsse, viele Tote, hoher Sachschaden. In Punkto Action ist dies der Höhepunkt des Films. Es folgen zwei weitere Shootouts in guter Qualität und kleinere Keilereien. Mehr davon wäre wünschenswert gewesen, doch Capello versteht sein Werk, die Spannung ist stets solide, der Film nie zu geschwätzig.
Auch fühlt man sich im Bezug auf die Kulisse sofort bei der japanische Mafia wieder. Der Asia-Style ist vorhanden, man triebt sich nicht in baufälligen Fabriken oder schmierigen Hinterhöfen herum. Auch der Score von David Williams ist gut gelungen.
Es wäre möglich gewesen, doch der große Wurf bleibt leider aus. Die Story ist dann doch zu gewöhnlich, an Action zu wenig vorhanden. Aber es bleibt ein guter Yakuza-Film mit glaubwürdigen Darstellern und schicker Aufmachung, der verdient eine Fortsetzung bekam.
Es sei noch zu erwähnen dass unsere gekürzte FSK 16 Fassung immer noch gut anzusehen ist und dass man wegen der Schnitte keinerlei Berührungsängste haben muss.