Die meisten von ihnen haben die Haare kurz, an den Seiten kürzer als obendrauf. Manche tragen einen Bart, andere zusätzlich diese fiesen Koteletten, deren Streifenbahn sich bis zu den Mundwinkeln zieht. Fast alle sind tätowiert, beherrschen einen finsteren Blick und zeigen ihr Gebiss, bevor es losgeht.
Und wenn es losgeht, reißen sich einige ihr dünnes Oberteil in Fetzen und gehen mit neandertalischem Gebrüll auf den Gegner los: Pit Fighter.
Hier steht auch einer im Mittelpunkt und bei dem gilt es gar, Teile der Vergangenheit zu entschlüsseln, was dem Actioner ungeahnte Ecken und Kanten verleiht.
Seit fünf Jahren tritt der Mann, dessen Brust ein auffälliges „Marianne“ ziert, bei knallharten Untergrundkämpfen an und hält die Position des Champions aufrecht. Doch an die Zeit davor kann sich Jack nur vage erinnern, er wurde schwer verletzt vom Kleinganoven Manolo aufgepäppelt und fightet seither für die örtliche Mafia. Jedoch, mit den Fetzen der Erinnerung kommen auch die Geister von einst zurück, denen sich Jack alsbald zu stellen hat.
Tatsächlich verläuft der Streifen keineswegs straight. Zahlreiche Rückblenden mit Teilen von Jacks düsterer Vergangenheit bringen immer wieder Licht ins Dunkel, worin nicht nur er, sondern auch Schlüsselfigur Marianne eine bedeutende Rolle spielt.
Und während sich der Kämpfer in der Jetztzeit dem Religiösen widmet und seine Gegner mit höchstmöglichem Respekt begegnet, schimmert vermehrt durch, was für ein Mensch er vor der Amnesie war.
Im Zentrum des Interesses liegt jedoch eindeutig die Action, vor allem die Pit Fights, bei denen teilweise mit ungeahnter Härte vorgegangen wird.
Viele Szenen laufen in Zeitlupe ab und da wird nicht nur massenweise Blut gespuckt, Platzwunden in Kauf genommen und die Fresse poliert. Ein fieser Oberarmbruch und ein heraustretender Augapfel kommen verdammt überraschend und auch wenn die Choreographie keine auffälligen Special Moves bereithält, wird das Ganze doch gekonnt und mit ordentlichem Drive eingefangen.
Nur der Score könnte währenddessen etwas effektiver antreiben.
Im letzten Drittel muss man allerdings auf körperliche Auseinandersetzungen verzichten und man geht zur Nutzung von Waffengewalt über, was phasenweise ins unfreiwillig Komische abdriftet. Spätestens dann, wenn sich unser Held, fast ohne Deckung im offenen Feuer von allen Seiten befindet, selber zwar alle Gegner plättet, doch von etwa 70 Bewaffneten auch nicht von wenigen Metern Entfernung getroffen wird.
Jack teilt zwar anschließend noch ordentlich mit dem Schwert aus, doch so ein richtig altmodischer Endkampf zwischen Gut und Böse fehlt leider.
Immerhin wird des Helden dunkle Vergangenheit nahtlos aufgedeckt, dem Script kann an dieser Stelle, auch für das passende Ende, durchaus Lob konstatiert werden.
Was haben wir also zusammenfassend: Einen Dominiquie Vandenberg, der seine Hauptrolle mit dem Blick eines Donald Pleasence gut meistert und vor allem beide Gesichter seiner Figur überzeugend verkörpert. Dazu eine visuell solide Umsetzung, die nur gegen Ende bei den Schießereien deutlich schwächelt und inhaltlich bremsen nur wenige Laber-Szenen den ansonsten ordentlichen Fluss, - Gespräche mit dem Pater bringen kaum Tiefgang und Besuche beim Mafiaboss fallen zu ausladend aus.
Insgesamt also ein passabler Streifen mit ordentlich Romms Bomms, brauchbaren Mimen in gefälliger Inszenierung.
6,5 von 10