Während Kommissar Amaldi (Luigi Lo Cascio) einen Serienmörder jagt, der Körperteile seiner Opfer durch Puppenelemente ersetzt, wird sein an einem Gehirntumor erkrankter Kollege Ajaccio (Simón Andreu) von unheimlichen Visionen aus seiner Kindheit geplagt. Als die Studentin Giuditta (Lucia Jiménez) sich wegen eines Verfolgers Hilfe suchend an Amaldi wendet, verdichten die Spuren sich…
Eros Puglielli knüpft mit seinem weitgehend stilvollen, nur manchmal ins Modische abdriftenden Thriller an die wilde Tradition des italienischen Giallo an und versucht sie mit Elementen des klassischen amerikanischen Thrillers zu verbinden. So treffen bestrickende Visionen und stilisierte Gewaltakte auf eine unglaubwürdige Zeichensprache des Psychopathen, die aus bedeutungsschwanger hergerichteten Tatorten und den scheinbar unvermeidlichen Anagrammen besteht. Gerade gegen Ende verrät der Film die zuvor eindringlich aufgebaute Tragik seiner Figuren an eine spektakuläre Beseitigungsaktion des vermeintlich entmenschten Täters, aus der der Film unverhohlen eine fragwürdige Genugtuung bezieht. In der Art solcher und anderer Missgriffe lässt der im Ansatz schöne Wiederbelebungsversuch des Giallo sich leider von unpassenden Fremdelementen das Heft aus der Hand schlagen.