Da wäre Pokemon für Kinder, Last Exile und Samurai Champloo für die Kreativsuchenden, Hentai für den antagonistischen Pornokonsumenten und natürlich Jin-Roh als Klassiker für den Mainstreamer oder die Mainstreammedien.
Heute habe ich die große Ehre mein Erstes und generell eines der wenigen B-Movie-Hardcoretrash-Animes zu besprechen: Desert Punk.
Nach einem nicht explizit erwähntem Atomkrieg besteht Japan, wie viele andere Länder nur noch aus einer Wüste, der großen Kanto-Wüsten, und durchnumerierten Wasserlöchern, an denen die Menschen ihr Leben fristen. Hier lebt Kanta Mizuno, der Desert Punk, der Sunabozu. Er arbeitet als "Handyman" und löst jeden Auftrag, für den er angeworben wird. Doch bald stellt sich heraus, daß diese Legende der Wüste nicht mehr ist als ein pubertierender 14 Jähriger...
Was bleibt zu sagen: Sollte man die ersten Folgen, bzw. Teile daraus überstehen, bekommt man storytechnisch absolut solide bis überdurchschnittliche Animekost. Aber der Weg dorthin ist schwer und arbeitsintensiv. So souverän und brilliant der Desert Punk auch in dieser Welt sein Leben meistert, so stümperhaft sexversessen ist er ( "Booobies"). Die Serie läßt auch leider keine noch so infantile Nervigkeit aus um das darzustellen: stellenweise peinliche Dialoge, quikende Stimmen, astronomische Oberweiten und der permanente Einsatz der "Waffen der Frauen" entwaffnen regelmäßig alle männlichen Darsteller inklusive dem Desert Punk und spätestens bei der sechsten Wiederhohlung die Nerven jedes Zuschauers. Zusätzlich laufen Dialoge gern mal ins Leere (bedingt durch "Boobies"), die Dummheit einiger Charaktere nehmen beinahe hollywoodeske Züge an und das Schwanken zwischen platter Comedy und ernster Endzeit sind sehr eigenartig. Nüchtern pauschalisiert kann man sagen: in der Kür ist Desert Punk ein extrem zwiespältiges Machwerk (hauptsächlich wegen der "Boobies"), in der Pflicht erfüllt es allerdings Gott sei Dank alle Standarts. Die Charaktere sind skurril (ein "Archäologe" hat es zu Geld und Ruhm gebracht, weil er aus den Ruinen ein "Spiel des Lebens" ausgebudddelt hat...das nun beliebteste und bekanntete Spiel in dieser neuen Welt). Die einzelnen Episoden sind interessant und die Welt ist in außergewöhnlichem Maße stimmig. Die moralischen und ethischen Werte der Jetztzeit zählen auf überraschend bittere und bedrückende Weise nichts mehr (hat nichts mit den "Boobies" zu tun) und der Desert Punk ist ein Vorzeigeobjekt dieser Welt: er ist kein Antiheld, oder ein Kind dieser Zeit, nein er ist ein bodenloses, unsympathisches Schwein. Keinerlei Glorifizierung in irgendeiner Weise und keinerlei Sympathieträgerpotential. Bizarrer Weise ist das ein großer Pluspunkt, denn das ohnehin schon atmosphärische Szenario (trotz der "Boobies") wird durch dieses komplette Alleinlassen (keinerlei Identifikationsgsperson) des Zuschauers in dieser Welt noch ein bißchen unangenehmer. Als letztes wäre noch die Hauptgeschichte zu erwähnen, die allerdings weder sonderlich ausführlich (sie beginnt erst nach etwa 20 der 26 Folgen) noch außerordentlich, B-Movie bedingt, kreativ ist . Es gibt doch noch eine Beinahezivilisation, in Form zweier wohlhabender Oasen, und eine provisorische Regierung, denen der Kampf angesagt wird. Allerdings löst sich diese relativ gängige und ausgelutschte Geschichte in einem coolen aber kruden Showdown auf, der alles davorgesehene komplett über den Haufen wirft und den Zuschauer mit dem Gefühl entläßt, daß man nahezu 26 Folgen lang eine falsche Sicht der Dinge hatte.
Fazit:
Trashig, stellenweise nur mittelmäßig gezeichnet, teilweise nervtötend durch Infantilität/Hentaianleihen und arbeitsintesiv, allerdings gleichzeitig doch "erfrischend" unkonventionell und für den geneigten Fan durchaus sehenswert.