Review

Es gab bis jetzt in der Geschichte der Menschheit nur zwei Jungfrauen-Geburten: Die eine als Gott mit der Jungfrau Maria den allseits beliebten Jesus zeugte (Kennen wir…),
die andere als sich der Höllenfürst mit einem Weib namens Erika einließ, welche ihre Leibesfrucht auf den Namen - *Trommelwirbel* - …“Santa“ taufte.
Dieser Santa war schon als Kind ein richtiger Tunichtgut, weshalb Gott einen Engel auf die Erde sandte, welcher sich dem Problemkind annehmen sollte.
Mittels einer List verpflichtete der Engel Santa zu einer 1000-jährigen Bravseinsklausel, während der er nicht nur kein Chaos auf Erden anrichten, sondern, im Gegenteil, sogar Freude und Glücksseeligkeit unter den Menschen verbreiten musste.
Doch die Zeit, zu der Weihnachten ein Fest der Ruhe und des Friedens war, ist nun abgelaufen. An Stelle von Geschenken gibt’s von nun an Folter und Qual, und statt dem fröhlichem „Ho Ho Ho!“ hört man es nun nur noch „Dein letztes Stündlein hat geschlagen!“ den Kamin herunter hallen.
Der alte, dicke Mann zeigt sein wahres Gesicht und in einem kleinen, verschlafenen Nest genannt „Hell“ muss plötzlich jeder um sein Leben fürchten…

Ein Killer-Weihnachtsmann – so was sieht man ja immer wieder gern. Doch unser heiliger Klaus ist kein übergewichtiger, lahmarschiger Diabetiker. Neeeeein, unser Klaus wird von niemand geringerem als dem (Ex?-)Profi-Wrestler Goldberg verkörpert. „Santa mit Muckis“ lautet also die Devise! Zum Frühstück gibt’s Nägel, vor den Schlitten kommen keine schwulen Rentiere, sondern ein Büffel und die vertrockneten Kekse und die ranzige Milch könnt ihr euch sonst wo hinstecken.
Im Klartext: Würde sich Rob Zombie als Nikolaus verkleiden und würde er einen Kursus im Schimpfwörter-Spitten absolvieren, er würde ungefähr unserem Filmkiller entsprechen…

Erscheinung also schon mal top. Pluspunkt Nr. Döö: „Satan Klaus“ ist verdammt gut im Ärsche aufreißen!
Besonders die Anfangsszene ist der Wahnsinn: Eine spießige Schnöselfamilie (mittendrin auch die "Nanny", Fran Drescher) sitzt am Weihnachtsabend zu Tische, führt etwas versnobten Smalltalk und würgt den trockenen Truthahn in sich rein…,
…als plötzlich unser Santa den Kamin runter gedonnert kommt, bei seinem Eintreten das halbe Wohnzimmer in Schutt und Asche legt und ohne weitere Umschweife beginnt die Familienmitglieder zu massakrieren.
Verdammt coole Szene, wobei der Härtegrad von Santa’s Morden sowohl hier, als auch im weiteren Verlauf des Films, allerdings fast schon familienfreundlich ausfällt.
Unser Muskelprotz spuckt Feuerbälle, schleudert Leiber auf kurioseste Weise durch die Luft und sticht und schlitzt auch schon mal gerne und dies sogar einigermaßen oft, ...gesplattert wird hier aber nicht und als „brutal“ würde ich moralisch bereits hoffnungslos verdorbener "Anstands-Legastheniker" das Treiben hier auch nicht einstufen…
Mangelnde Gewalt als Minuspunkt zu werten, sei jedem selbst überlassen. Ich, der mir mit SANTA’S SLAY einen vor Blut nur so triefenden Slasher erwartet hab, tue dies aber…

Ein weiterer Minuspunkt – wie sollte es anders sein – die Story: die macht mal mehr, mal weniger erfolgreich einen auf witzig und hält trotz ihrer Schlichtheit und dem Fehlen w i r k l i c h e r Innovationen - ein mordender Weihnachtsmann ist ja schön und gut, wenn die Handlung aber dann leider nur nach Schema F verläuft, hätt’ ich mir auch einfach zum Millionsten Mal „Halloween“ reinzieh’n können – ganz angemessen bei Laune, diverse brutalst auffällige Logiklücken und Sinnlöcher natürlich inklusive.
Ferner fehlt es unserem Santa wegen zu schludriger Vorgeschichte leider völlig an Charakter, an Charisma, an Kultpotential…, an einfach ziemlich vielen Sachen, die zum Überleben in der Welt der coolen Movie-Killer einfach zwingend notwendig wären.

Positiv hervorzuheben wäre aber noch, dass die FX wirklich gut gelungen sind. Der fliegende, Panzer ähnliche Schlitten, die Morde, die nicht im Off stattfinden, ein paar Explosionen... - alles eindeutig auf gehobenem B-Movie-, wenn nicht sogar A-Movie-Niveau...

Okay, ich fass’ schon mal zusammen:
Eine platte, aber unterhaltsame Story, viele unblutige , aber nett in Szene gesetzte Kills und ein schön fieser, von Grund auf böser Killer, der sich nie zu fein ist, einen derben Spruch abzulassen…
Insgesamt geht die FSK 16-Freigabe aber mehr als in Ordnung. Was hier größtenteils geboten wird, ist echt „Kindergarten-Slasherei“…

Fazit:
Nette Horrorkomödie, die man sich durchaus ansehen kann, ohne danach enttäuscht ins Bett gehen zu müssen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich Horrorfans bzw. Freunde von Stich- und Schlitzfilmen in Anbetracht drastischerer Weihnachts-Slasher á la „Silent Night, Deadly Night“ ein bisschen mehr von dem Streifen erhoffen, als er im Endeffekt bietet.
SANTA’S SLAY könnte man bedenkenlos am Heiligabend zum Geschenke auspacken im familiären Kreis nebenbei laufen lassen, ohne dass er dem
5-jährigem Quengelbalg oder dem senilem Nazi-Opa sonderlich negativ auffällt…

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