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Nun ist es wieder soweit, wir haben Heilig Abend und alle Kinder dürften ihn kaum noch erwarten können: Den Weihnachtsmann! Der liebenswerte Rauschebart mit dem roten Mantel, wird nun endlich wieder Geschenke verteilen. Doch dieses Jahr könnte alles anders werden. Denn Santa Claus ist eigentlich alles andere als nett und freundlich, wie uns diese trashige, aber höchst unterhaltsame Festtags-Horror-Comedy beweisen will.

"Santa's Slay" ist nach "Bad Santa" endlich wieder mal ein X-Mas-Film, der uns nicht mit Liebesgesäusel und Moralität volldusseln will (auch wenn ich persönlich größtenteils nichts gegen diese Filme habe), sondern ein Weihnachtsfilm der ganz bösen Sorte ist. Die Story dazu ist genauso trashig wie originell. Santa Claus hat eine Wette verloren und musste für 1000 Jahre den lieben guten Gescheenkebringer spielen. Doch nun ist die Zeit vorbei und er kann wieder das machen, was er am liebsten tut: Böse sein und vorzüglich einen Mord nach dem anderen begehen. Doch der junge Nicholas stellt sich ihm, zusammen mit einer Freundin und seinem merkwürdigen Opa, in den Weg. Kann er ihn aufhalten?... Sicher, was besonders Tiefgängiges haben wir hier nicht, eher hausgemachten Blödsinn, doch für ein Slasher-Movie ist die Idee mit dem mordenden Weihnachtsmann super. Zwar gab es auch schon in "Silent Night, Deadly Night" einen mordenden Santa Claus, doch dieses mal ist es wirklich der echte Weihnachtsmann, der zu allem bereit ist, vor allem zum morden. Dabei hat Regisseur David Steimann sich ein wunderbar trashiges Skript ausgedacht, das jedem Slasher-Freund, mit Hang zum Trash, gefallen dürfte.

Schick ist vor allem der hohe Bodycount unseres Santas ausgefallen. Auch wenn die Morde allesamt nicht sonderlich blutig ausgefallen sind (die FSK 16-Freigabe ist mehr als angebracht), so macht es doch Laune zuzusehen, wie Santa schon in den ersten Minuten eine ganze illustre Weihnachtsrunde in ihr Verderben schickt. Dabei benutzt Santa so ziemlich alle möglichen und unmöglichen Mordgegenstände, bis hin zu einem Chanukah-Kerzenständer, dem er einen Imbissbudenbetreiber sauber durch den Hals rammt. Die Respektlosigkeit, mit der Steimann hier das Weihnachtsfest in seiner Horror-Comedy verwurstet, bringt einen jedenfalls mitunter tierisch zum Grinsen.

Was vor allem auch an den größtenteils recht gelungenen Gags liegen mag. Die Trefferquote der Jokes ist recht hoch, auch wenn wirkliche Brüller nur Mangelware sind. Schmunzeln kann aber eigentlich durchgängig über den verruchten Weihnachtsmann und seine fetten Sprüche. Einer der Oberbrüller dabei ist wohl die Stelle, als Santa ein fürchterliches "Ja Virginia, es gibt den Weihnachtsmann" von sich gibt, bevor er ihr genüsslich die Haare absenkt. Gerade wer sich mit dem Weihnachtsfest und seinen (amerikanischen) Traditionen und Geschichten ein wenig auskennt, der dürfte über so manchen Insider-Joke lachen können.

Was die Inszenierung angeht, so wurde alles als typische Weihnachtsklamotte ausgestattet. Sprich die Straßen leuchten, (nicht nur) die Kerzen brennen und es dudelt ein Weihnachtshit nach dem anderen. Dies ist allerdings auch bitter nötig, damit das trashige Anti-Weihnachtsspektakel sich auch völlig entfalten kann. Denn hätte man auf die typische X-Mas-Movie-Weihnachtsdeko verzichtet, dann wäre daraus sicher kein Schuh geworden. Oder könnt ihr euch z. Bsp. "Bad Santa" ohne leuchtende Kaufhäuser und Weihnachtssongs vorstellen?

Einzig und allein einige kleinere Längen müssen angeprangert werden. Nachdem starken Beginn dauert es doch erst einmal eine ganze Weile, bevor der Film wieder an Tempo beginnt. Die Einführung von Nicholas und seinem Großvater, ist doch stellenweise recht träge ausgefallen. Doch spätestens wenn Santa ihre Tür eintritt, geht es wieder richtig los.

Zu den Darstellern kann man größtenteils nur Gutes berichten. Wrestling-Hüne Bill Goldberg, stellt den bösartigen Santa mit absoluter Bravour da und mausert sich dadurch sicher ganz schnell, zu einem der besten und vor allem witzigsten Santa Claus-Darstellern der Filmgeschichte. Dazu noch ein ganzes Ensemble an B-Stars, die allerdings schon am Anfang niedergemetzelt werden. Als da wären SNL-Star Chris Kattan, Slasher-Abonnentin Rebecca Gayheart und Nanny-Darstellerin Fran Drescher. Und sogar der große James Caan (selbstverständlich ein A-Star) gibt sich ein kurzes Stelldichein. Was die restlichen Darstellern allerdings anbelangt, so sind sie zwar nicht schlecht, können gegen die Starmeute vom Anfang und Goldberg aber nicht anspielen, was allerdings nicht weiter schlimm ist.

Fazit: Trashig, klamottig, mörderisch und dabei trotzdem schwer unterhaltsam. So läßt sich "Santa's Slay" wohl am besten beschreiben. Die Geschichte ist schräg und strotzt nur so vor trashig-skurrilen Ideen. Der Bodycount ist ziemlich hoch (wenn auch nicht sonderlich blutig) und die Gags allesamt mindestens Schmunzelware, von einigen echten Brüllern mal abgesehen. Wer sich schon an "Bad Santa" oder "Stille Nacht, Horror Nacht" ergötzt hat, der dürfte auch an Bill Goldberg, als blutgierigen Weihnachtsmann, seine Freude haben. Nichts für anspruchsvolle Cineasten, aber ein großer Spaß für jeden Slasher-Fan mit Hang zum Trash, der nichts dagegen hat, dass die Ikone des Weihnachtsfestes hier aufs Böseste zerschnetzelt wird.

Wertung: 7/10 Punkte

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