Hossa, die ersten fünf Minuten haben es aber in sich.
Selten hat jemand so flott auf die Tube gedrückt, um gleich mal alle Signale auf Grün zu stellen, wie David Steiman bei seinem Regiedebut. Binnen kürzester Zeit, zerhäckselt hier ein äußerst fieser Santa Claus, dargestellt von einem überaus launigen Bill Goldberg, eine penetrant reiche und widerlich herablassende Familie, die eh schon damit beschäftigt ist, aufeinander los zu gehen und irgendwo zwischen offenem Ehebruch in der Familie und frontaler Degeneration schwankt.
Das wäre alles kaum der Rede wert, würden da am nicht tatsächlich Fran Drescher, James Caan, Chris Kattan und Rebecca Gayheart am Tisch sitzen, um nacheinander sportlich abgeschlachtet zu werden, wobei weihnachtliches Mobiliar und das Essen selbst zur besten Waffe werden.
Danach hat jeder Film natürlich Probleme, den Standard zu halten und so geht es auch dieser Komödie, die postuliert, daß Santa Claus ein fieser Mordbube war, der per verlorener Sportwette einem Engel 1000 Jahre Geschenkebringen schuldete. Das Millenium ist nun rum und der bärtige Onkel läßt in dem kleinen Städtchen mit dem passenden Namen „Hell“ ordentlich das Bison (vor seinem Schlitten) raus.
Wer ein bißchen von der Filmgeschichte mitbekommen hat, weiß natürlich, wo Steiman sich bedient hat, das ist ein Plot-Abziehbild von Joe Dantes „Gremlins“, die jugendlichen Helden haben sogar als (Nicht-)Erzieher einen schrulligen Erfinder und in der Stadt wimmelt es nur so von verlogenen Abziehbildern menschlichen Kleinstadtlebens und stupider Amtsschimmligkeit (natürlich die Polizei). Das alles ist ein wenig grell überzeichnet, aber macht Spaß, so gründlich wie der Weihnachtsmann hier nacheinander auf die Schnelle eine Stripbar, eine Polizeistation und eine ganze Weihnachtsparade aufmischt.
Gegen Ende geht dem Ganzen ein wenig die Luft aus (das finale Duell findet in der Schule statt), kann aber die vollen 74 Minuten an Unterhaltungswert durchhalten, angeführt von Goldbergs Mordkommentaren, die immer ihr Geld wert sind. Robert Culp spielt übrigens den alten Erfinderopi und hat sichtlich Freude und die Tricks sind für die kleine Produktion auch unaufregend solide geworden (Flugszenen). Der Goregehalt nimmt aber nach dem Start stetig, da sollte man nicht zuviel erwarten. Ausnahmsweise würde ich sogar mal die angedeutete Fortsetzung begrüßen.
Insgesamt aber ein schöner DVD-Spaß und richtungsweisend, wenn man Weihnachten nicht mag – danach geht’s irgendwie besser. 5/10 auf der B-Skala.