Review
von Leimbacher-Mario
Ein Berg aus Gold
Dass „Santa's Slay“ noch nichtmal 15 Jahre auf dem Buckel hat, meint man nicht. Denn das Erste, was einem einfällt, allein schon wenn man die total verrückte und trashige Eingangsszene betrachtet (u.a. mit James Caan!!!), dann sind das 80er-Cheeseball-Horrormovies von Troma und Co. Und das ist auch die größte Stärke dieser Santa-Slasher-Sause - sie lässt alte Zeiten wieder aufleben, ist sich nicht zu schade Tabus zu brechen oder Political Correctness mal beiseite zu legen und sie macht simpel und altmodisch einfach eine Menge Spaß. Brutal und dennoch irgendwie unschuldig. Denn hier stellt sich heraus, dass Santa eigentlich ein fieser, muskelbepackter Dämon ist, der nur Geschenke bringt und lieb ist, weil er vor 1000 Jahren eine Wette beim Curling (?!) verloren hat. Nun sind die Jahre, in denen er brav sein musste allerdings vorbei, was ihn auf eine unterhaltsame und blutige Rampage quer durch ein biederes US-Kleinstädtchen schickt...
Bill Goldberg als Weihnachtsmann mit aufgestauten Aggressionen und Hang zum Töten - na, wenn das kein wahr gewordener Traum eines jeden Wrestlingfans ist?! Und der Gigant macht seine Sache sogar ziemlich gut und versieht seine Rolle mit genug Augenzwinkern und Selbstironie, dass er ein glasklares Highlight des Films ist. Wer hätte das gedacht. Da wundert es ein wenig, dass man von ihm danach in Filmen fast gar nichts mehr sah. Das haben einige seiner Kollegen schon schlechter gemachter und dann größere Karrieren im Filmgeschäft hingelegt. Naja, die Welt ist nicht immer fair und macht nicht immer Sinn. „Santa's Slay“ tut das zwar auch nicht, bietet allerdings noch mehr als „nur“ den WWE-Champion. Die einläutende Sequenz rockt und gibt wie gesagt Tempo und Ton vor, macht richtig Lust auf mehr, wird im Verlauf aber leider nicht mehr ganz getoppt. Dafür gibt es eine süße Stop-Motion-Sequenz und saftig, zeigefreudig, ruppig genug ist das Ganze auch. Daher kann ich diese besondere Schlittenfahrt nur jedem Fun-Horror-Fan ans Herz legen, der diesen Winter noch eine Abkühlung in guten alten Zeiten braucht. Garantiert nicht jugendfrei und glattgebügelt. Das Gegenteil von „Krampus“ und Co.
Fazit: einer der coolsten Killer-Santa-Filme aller Zeiten. Trashig, sympathisch, in den 80ern hängen geblieben. Allein das überraschend prominent besetzte Intro ist jeden Eintritt wert. Knackig und spackig. Nicht nur für Wrestlingfans eine große Sause. Zu genießen am besten mit malziger Brause. Ultra-unterschätzt!