DVD-Cover, die mit falschen Angaben versuchen ihre Käufer zu locken, gibt es viele. Entweder ist mal die Laufzeit falsch, oder es wird mit Schriftzügen wie "Extended Version" oder "Extralange Fassung" auf neue Filmfassungen hingewiesen, die dann nur ein paar Sekunden länger sind, als die Üblichen. Oder es wird auch schon mal ganz dreist mit Extras geworben die nicht vorhanden sind oder mit "Uncut" geworben, obwohl am Inhalt herum geschnippelt wurde. Ja, falsche DVD-Cover-Angaben gibt es so einige, doch die wohl dreisteste ist mit Infos über den Film zu werben, die gar nicht stimmen. So wirbt das deutsche DVD-Cover zu "The Rockville Slayer" damit, einen blutigen Slasherfilm zu beinhalten, der sogar beim italienischen Giallo sich bedient haben soll. Schön mit dunklem Killer auf der Rückseite, war die Chance somit groß, dass der Slasherfan mal wieder etwas bekommt, dass ihm das Herz öffnet. Doch nach dem Anblick des Films folgt dann die Ernüchterung. Denn "The Rockville Slayer" hat mit dem Slasher-Genre eigentlich gar nichts zu tun, sondern ist nicht mehr, als ein einigermaßen solider Killerthriller.
Zugegeben, die Inhaltsangabe läßt wirklich auf einen Slasher hoffen. Es geht um das verschlaffene Nest Rockville, in dem eines Tages vier Football-Fans blutig ermordet werden. Die Suche nach dem Täter führt die Dorfpolizei zu einer vor kurzem aus der Psychatrie ausgebrochenen Patientin. Doch als diese geschnappt wird, geht das Morden weiter und die Suche nach dem Täter wird zum Wettlauf mit der Zeit... Ja, nach dem Lesen des Inhaltes könnte man jetzt wirklich auf einen kleinen aber feinen Slasher hoffen, der zwar von der Story her nichts Neues zu bieten hat, aber vielleicht doch einigermaßen aktzeptabel unterhält. Die üblichen Logiklücken sind zudem auch vorhanden, was nicht positiv ist aber beim Genre üblich, und auch die ersten zehn Minuten sind in bester Slashermanier gefilmt worden. Doch danach ist Schluss mit der Schlachterrei.
Denn dann wird aus "The Rockville Slayer" ein durch und durch solider Killerthriller, der sich alles in allem wesentlich mehr Zeit mit der Suche nach dem Täter und der Vertiefung der Charaktere nimmt, als wie es ein handelsüblicher Slasher überhaupt tun würde. Hier rennt der Killer nicht rum und mordet im Minutentakt, sondern die Morde unterbrechen nur zu einem sehr geringen Teil die Handlung und sind dann bei weitem auch nicht so aufgepuscht inszeniert, wie es das Genre sonst hergibt.
Wer sich darauf allerdings schnell einschiessen kann, der wird dann doch einigermaßen unterhalten, wenn auch nur leidlich. Denn obwohl der Streifen bis zum Schluss einigermaßen spannend bleibt und auch gar nicht einmal so strunddämliche Figuren dem Zuschauer präsentiert, zieht sich das ganze Treiben bald doch merklich in die Länge. Wirkliche Atmosphäre kann die Inszenierung nicht aufbauen, alles bleibt viel zu sehr in braven Gefilden und beweist nur selten bis gar nicht den Mut zum Ungewöhnlichen. Wie bei so vielen anderen Killerthrillern ist der Mörder am Schluss natürlich so gar nicht der, den man vermutet hat, doch die Lösung stellt auch nicht sonderlich zufrieden. Die Musik ist zudem relativ lasch und der Einsatz der Farbfilter wirkt meist übertrieben. Aber irgendwie bleibt man doch bis zum Schluss davor sitzen, warum auch immer.
Desweiteren sind auch die Darstellerleistungen alles andere als toll. Amateur-Niveau geben die Darsteller, darunter u.a. Genre-Stars wie Robert Z'Dar aus "Maniac Cop" und Linnea Quigley aus "Return of the Living Dead", zwar nicht ab aber als "gut" kann man das Gezeigte auch nicht bezeichnen. Viel zu grob und überanstrengt wirkt der Spiel der Meisten, was im deutschen durch eine grauenhafte Synchro noch untermauert wird. Da hat man, selbst im Genre, schon besseres gesehen.
Fazit: Absoluter 08/15-Killerthriller, der, aufgrund seiner Ideenlosigkeit sowie dem laschem Schauspiel und der relativ drögen Inszenierung, nur ganz knapp ins Mittelfeld rutscht. Verdanken kann er dies vor allem dem relativ ordentlichem Spannungsbogen, sowie einigen netten Wendungen. Ansonsten aber durch und durch konventionelle Videothekenware, die man sich höchstens dann mal ausleihen kann, wenn gerade nichts besseres zu finden ist. Aber bitte keinen Slasher erwarten, denn das ist dieser Film, trotz des Covers und seinem Titel, nur in seinen Anfangsminuten (und vielleicht zum Schluss).
Wertung: 4,5+/10 Punkte