Review

52 Reviews und noch keine Rezession über ein Nunsploitation-Movie - das muss sich schleunigst ändern! Ach ja, eine Kritik zu "Saw V" bereite ich auch noch vor ;-)

Wie dem auch sei: Mit "Satanico Pandemonium" liegt mir eine äußerst beliebte mexikanische Sleaze-Production vor. Viele halten ihn für das beste Nunsploitation-Werk überhaupt, Mondo Macabro zieht sogar Vergleiche mit Meisterwerken wie Ken Russell´s "Die Teufel" oder "Alucarda". Ganz soweit würde ich nicht gehen, trotzdem ist der Streifen ein wirklich Guter geworden. Und Tarantino hat kurzentschlossen die Salma Hayek-Rolle in "From Dusk Till Dawn" als Anlehnung danach benannt...

Darum geht: Am Fluss erscheint Schwester Maria der Teufel in Gestalt eines jungen Mannes. Von dieser Sekunde ändert sich ihr ganzes Wesen, ihr Charakter, ihre Lebenseinstellung. Maria beginnt, sich zu verändern, sich gegen das System im Orden aufzulehnen und ihren sexuellen Wünschen freien Lauf zu lassen. Als bald eröffnet sich eine fatale Kettenreaktion, die das ganze Kloster sowie dessen Umfeld in Verderben zu reißen droht...

Im Gegensatz zum Titel ist "Satanico Pandemonium" kein besonders anti-christlicher Film, sondern allgemein eher gegen jede Form der Doppelmoral gerichtet: so werden die dunkelhäutigen Novizinnen als billige Arbeitskräfte missbraucht, die an einem separaten Tisch essen oder in einem dreckigen Strohlager schlafen müssen - und das einem so genannten  Gotteshaus. An einer anderen Stelle gesteht eine Nonne Maria ihre lesbische Zuneigung - um später die erste zu sein, die sie mit dem Messer absticht. Die Hauptprotagonistin zieht ihr Programm wie einen roten Faden durch, in dem sie als Racheengel sich einen nach dem anderen vorknöpft, um die sündigen Menschen zu bestrafen.

Im Vergleich zu anderen Nunsploitation-Filmen ist das Werk von Regisseur Gilberto Martinez Solares kein besonders sleaziger Streifen: nackte Haut gibt es kaum und auch der Gewaltpegel ist woanders deutlich hörer. Trotzdem weiß "Satanico Pandemonium" gut zu unterhalten, man muss eben vieles zwischen den Zeilen lesen. Darüber hinaus besticht die gekonnte Photographie, die einpaar sehr schöne Aufnahmen zaubert. Auch die Atmosphäre ist gut gelungen, wenngleich sich sehr vieles in den selben Räumen abspielt.

Fazit: Sehr gute Nunsploitation-Kost aus Mexiko. Nicht für jedermann, aber Kennern und Könner des Genres durchaus zu empfehlen! 8 von 10 Punkten.

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