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Der italienische Regisseur Dario Argento (Suspiria, Tenebrae) ist quasi einer der Miterfinder des Giallo, so begann er erfolgreich seine Karriere mit Werken wie "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" oder "Profondo Rosso". Mit "Aura - Trauma" feiert er auch eine kleine Premiere, denn er drehte zum ersten Mal komplett in den USA. Leider zählt seine zwölfte Regiearbeit auch zu seinen schwächeren Arbeiten, obwohl Argento am Drehbuch selbst Hand anlegte. Seine damals 18jährige Tochter Asia (Triple X, Land of the Dead) ist in ihrer ersten richtigen Hauptrolle zu sehen.

Der Grafiker David Parsons (Christopher Rydell) bewahrt die magersüchtige Aura Petrescu (Asia Argento) vor dem Suizid. Doch zur gleichen Zeit geht in der Stadt ein Serienkiller um, der kurze Zeit später Auras Eltern bestialisch ermordet. Aura sucht erneut Hilfe bei David und der beginnt seine eigenen Nachforschungen anzustellen. Währrenddessen versucht Dr. Judd (Frederic Forrest) Aura wieder in die Nervenheilanstalt einzuliefern, was ihm zwischenzeitlich auch gelingt. Doch der geheimnisvolle Mörder, welcher seine Opfer köpft, schlägt auch hier zu. David bekommt heraus, dass alle Opfer etwas verbindet und bringt sich und Aura somit in Gefahr.

Was mir bei Argento immer besonders gefällt ist dieses nostalgische Flair, seine besonderen Bild- und Farbkompositionen oder die langen Kamerafahrten. Davon hat "Aura - Trauma" reichlich wenig zu bieten, auf italienischem Boden waren seine Werke wesentlich atmosphärischer. Auch hier gelingt es ihm mittels düsterer Grundstimmung und Dauerregen einige Momente herauszukitzeln, aber man vermisst auch einen brillanten Score, der von Pino Donaggio ist höchstens als gut zu bezeichnen. Doch immerhin bekommen wir eine schön undurchsichtige Story geboten, um einen Serienkiller der immer nur bei starkem Regen mordet und seine Opfer mit einer speziellen Apparatur köpft. Die Köpfe nimmt der Täter mit sich, den man natürlich nicht sieht. Und die Morde hat Argento auch wirklich spannend vorbereitet, doch dazwischen ist "Aura - Trauma" nicht immer fesselnd. David hat zu Beginn seine Schwierigkeiten mit der magersüchtigen Aura, seine Ermittlungen gehen extrem schleppend voran und man fragt sich, warum so oft dieser kleine blonde Junge zu ist, der direkt neben dem Mörder zu wohnen scheint. Auch landet Aura wieder in der Klinik und der Mörder folgt ihr, eine der wenigen richtig intensiven Szenen des Films. Denn es sieht erst so aus, als wäre der Killer auch hinter Aura her.

Man muss Argento lassen, es darf munter gerätselt werden wer der geheimnisvolle Killer ist und vor allem nach dem "Warum". Für den Zuschauer kommen erst in der zweiten Halbzeit brauchbare Informationen zu Tage. Es wird auch in regelmäßigen Abständen gemordet, wobei Effektguru Tom Savini nicht wirklich viel zu tun hatte. Ein paar blutige Nahaufnahmen, während die Apparatur den Kopf abtrennt und die berüchtigte Fahrstuhlszene. Für Argento geht es hier eher verhalten zu, was ich ihm aber bestimmt nicht ankreiden will. Das Finale enttäuscht dann ein wenig, obwohl die Identität des Killers überrascht, aber der Zuschauer erwartet hier einen Höhepunkt. Auch hätte Argento ruhig ein paar falsche Fährten mehr auslegen dürfen, denn die Story entwickelt sich immer mehr zu einer gängigen Hatz auf einen Serienkiller. Den Darsteller kann man aber keine Vorwürfe machen, die junge Asia verkörpert ihren schwierigen Charakter sehr glaubwürdig und ohne overacting, da kann Christopher Rydell (Schreie im Wald, Die große Herausforderung) nicht ganz mithalten.

Dario Argento ist hier nicht in Bestform, herausgekommen ist ein verhalten spannender Thriller mit ordentlichen Darstellern. Natürlich hat "Aura - Trauma" seine atmosphärischen Momente und auch ein paar Überraschungen auf Lager, aber insgesamt ist er auch ein wenig lang geraten.

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