Review

Nun doch überaus seltsame, wenn auch allein dadurch schon wieder interessante Komödie aus der Feder von Wong Jing, der auch sonst für allerlei Extremitäten bekannt, aber hier teilweise doch schon Groteskes am Auftischen und so gar nicht den Familienfilm am Präsentieren ist. Zum einen Teil Kinderabenteuer mit horrorähnlichen Effekten, dann wieder Chasing Girls - lastige Romcom mit überaus absurden und bis ins Supernatürliche reichenden Ideen, und im Grunde auch eine Mischung aus My Lucky Stars und Lucky Seven im potenzierenden Quadrat. Ein Werk, dass so und nicht anders nur aus der Alles oder Nichts - Phase der späten Achtziger, Herkunftsland Hong Kong kommen kann:

Die eng miteinander verschworene Männerclique bestehend aus Bowling [ Eric Tsang ], Cheung [ Nat Chan ], Reno Fa [ Wilson Lam ], Yuk [ Ray Lui ] und Super Ming [ Ricky Hui ] plant einen gemeinsamen Urlaubsausflug nach Thailand, wo sie unter kundiger Aufsicht des Touristenführers Lung [ Cheung Chi-gwong ] die einheimischen Frauen und zuvor noch einen Zauberdoktor erkunden wollen. Dabei geraten sie zuerst an eine Rebellenarmee, aus der sie mühsam befreit werden müssen und anschließend in einen Blitzeinschlag, der bis auf den glücklichen Bowling den Rest der Truppe zurück auf Kindergröße schrumpft. Um das Beste aus der misslichen Situation zu machen, ziehen die Vier als 'Adoptivkinder' bei Bowling ein, und besuchen die Schule der überaus attraktiven Lehrerin Miss Wong [ Ellen Chan ], in deren Gegenwart sie sich so 'getarnt' immerhin jederzeit aufhalten können. Doch nicht nur Super Mings Ehefrau [ Meg Lam ], sondern auch Bowlings Freundin [ Maria Tung Ling ], Inspector Philip Chan [ Kirk Wong ] und schließlich Miss Wongs Noch-Freund Tsui [ Danny Summer ] werden angesichts der plötzlichen Kinderschar misstrauisch.

Gedreht vom routiniert arbeitenden Eric Tsang, der auch als einziger der erwachsenen Darsteller die ganze Zeit in seiner Paßrolle bleibt und präsent ist, erscheint diese Mischung weniger als Gut oder Schlecht als vielmehr nur gewinnend oder verlierend durch seine übergreifendes Extrem. Weder ist die Zielgruppe fassbar noch die Gesinnung in den Motiven; so wird ein Gutteil der Freizeit der 'Kinder' entweder mit dem Anschmiegen an den Oberkörper ihrer Lehrerin oder mit der Trockenübung vom Schauen erotischer Filme und dem Ausbooten von Nebenbuhlern der Frau ihrer Träume und so der ersten moralischen Rebellion verbracht. Scherze über Selbstmorde, einen Rebellenangriff in Thailand und die ebenso leichenlastige Antwort der dortigen Armee, ein Zuhälter mit jeweils belogenen oder geschlagenen und so ausgenutzten Frauen an jedem Finger seiner Hand ergeben weiteres Material dieser so konträr bestückten Rarität. Kindische Albereien wechseln sich mit vorgetäuschten und tatsächlichen Todesideen ab und wird die Frau als Objekt der Begierde und gleichzeitig auch als Laster gerade der dann Verheirateten gesehen.[ Den drei Junggesellen im BUnde geht es ganz gut. Dem Einen je vor und mitten in der Ehe dafür umso schlechter.]  

Ein heilloses, so durchaus seine Aufmerksamkeit halten könnendes Durcheinander aus Simplizität, Singularität und Verschrobenheit, dass sichtlich preiswert und rasch produziert, und wie geschaffen für den schnellen Konsum und so auch dem Anlocken mit kommerziellen Allerlei ist. In der Besetzung der erwachsenen Darsteller durchaus mit seiner Prominenz damalig für Erfolg durch Slapstick bekannten Personen wie Eric Tsang, Nat Chan und Ricky Hui geadelt, auch wenn diese bald nur ihren Stimmen und vorher nicht wirklich viel Miteinander und Spielfreude teilen. Sowieso sind die späteren 'Kinder' wesentlich verbundener in ihrer Einheit und aktiver im Spiel, was die Unbekümmertheit und Vergnügtheit auch ihres Dasein schon wesentlich mehr Rechnung trägt. Gerade die lockere Bummelei der optisch erst Heranwachsenden wird hier ganz geschickt als Empfindung auf die Leinwand übertragen. So wird das Lebensgefühl des Kindes im Manne, was bei Ausgewachsenen aufgrund seiner Infantilität auch nur noch rudimentär und engstirnig erscheint, durch den Kunstgriff mit dem Schicksalsschlag und dem Wechsel von über 40jährigen zu 10jährigen in der Besetzung überhaupt nicht mehr so würdelos und ausgeleiert primitiv.

Abseits dieser Idiotien und Ideologien und dem späten Kreisch- und Schreispektakel auf engstem, bieder und notdürftig eingerichtetem Wohnraum ist vielmehr nicht zu vermelden. Viele hätten sicher lieber den Film mit den grown-ups in Thailand, entweder als das ihnen versprochene Lustspiel von käuflichen Damen im Übermaß als exotisches Urlaubsabenteuer im Umfeld von Palmen, Sonne, Strand und Meer weitergesehen. Viele hätten sich auch mit der ersten scheinbaren Auflösung dieses Trips in ferne, 'unberührte' Länder abseits der comfort zone gerne zufrieden und einen Vorläufer von Eric Tsangs genau dies in aller Ausführlichkeit und Brutalität veranschaulichenden Kleinkriegsmassaker Fatal Vacation (1990) gegeben. Manche wünschen sich noch mehr dieser hier natürlich nur angedeuteten Merkwürdigkeiten. Manche gleich die gesamte Kindheit samt nachträglicher Verklärung und Überschätzung der damaligen Naivität zurück.

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