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Remakes über Remakes. Mehr fällt scheinbar den Amerikanern nicht mehr ein, zumindest im Bereich Horrorfilm. Immerhin sind einige Remakes ganz gut, auch Tim Sullivans „2001 Maniacs“ gehört zu dieser Kategorie.


Anstatt sich um ihre Semesterarbeit zu kümmern, um nicht von der Uni zu fliegen, reisen drei Vollidioten lieber nach Daytona Florida, um es dort mal wieder richtig krachen zu lassen. Nur dumm, dass man erst mal keine Frauen hat. Dies ändert sich an einer Tankstelle, als man dort die Bekanntschaft von drei Frauen und einen Schwulen macht. Die drei Vollidioten sind natürlich spitz wie Nachbars Lumpi, und man verabredet sich in Florida. Eine Umleitung führt aber alle in das Nest Pleasant Valley, wo die Zeit stehen geblieben zu seien scheint, alles sieht aus wie im 19. Jahrhundert. Von dem Bürgermeister Buckman (Robert Englund) werden sie eingeladen, am großen Fest der Stadt teilzunehmen. Als die Truppe sieht, wie die Dorfschönheiten aussehen, bleiben sie nur zu gerne, ohne zu wissen, dass sie auf der Speisekarte stehen...


Hershell Gordon Lewis, der Godfather of Gore, wie er auch gerne genannt wird, schuf in den 60er Jahren einen Film namens „2000 Maniacs“ und machte nicht nur mit diesem Film den Splatterfilm salonfähig. 40 Jahre später dann das Remake, es gibt laut Titel einen Verrückten mehr, aber sonst bliebt alles beim alten. Die Story wurde fast 1:1 übernommen und halt an unsere Zeiten angepasst. Alles ist vertreten, ob einfach nur notgeile Idioten, ein Schwuler und ein Sado-Maso Paar. Hinzu kommt natürlich ein gesundes Maß an Tits und Asses.

„2001 Maniacs“ soll nur unterhalten und das tut der Film. Als Hauptdarsteller verpflichtete man Horrorikone Robert „Freddy Krueger“ Englund, der den Bürgermeister Buckman mit viel Elan spielt. Den Rest der Truppe kennt man eigentlich nicht, ist aber auch egal, da die meisten eh ins Gras beißen. So ist der Film ziemlich schwarzhumorig und besonders nach einem anstrengenden Tag bestens geeignet, wenn man nur noch die Füße hochlegen und abschalten will.

Hershell Gordon Lewis’ Filme waren berühmt für die Goreeffekte, die in den 60ern so ziemlich alle Tabus gebrochen haben. Lewis’ „Blood Feast“ wurde ja vor gar nicht so langer Zeit in Deutschland nach immerhin fast 40 Jahren beschlagnahmt, wobei man sich immer wieder fragen muss, nach welchen Maßstäben heute gemessen wird, wenn man einen 40 Jahren alten Film mit billigen Effekten wegen Gewaltverherrlichung beschlagnahmt und viel brutalere Filme heute problemlos zu kaufen sind. Geheimnisse, die man wohl nie lösen wird.
Auch „2001 Maniacs“ bleibt der Linie treu. Die Szenen sind aber fast alle neu und wirken weitaus härter als in Lewis’ Original, nur die Pferdeszene hat man übernommen. Übermäßig blutig ist „2001 Maniacs“ dennoch nicht, den besagte Szenen sind sehr schnell geschnitten und man bekommt sie teilweise nur Sekundenbruchteile zu sehen. Zum großen Teil sind sie aber recht gut gemacht, etwas billigere Effekte hat man wohl versucht, eben durch die schnelle Schnitttechnik zu kaschieren. Ferner werden die Effekte durch zynische Kommentare und dem schwarzen Humor etwas abgeschwächt. Und verdient hat es der Haufen von Vollidioten eh.


Fazit: „2001 Maniacs“ ist ein hübsches kleines Remake, was mir persönlich sogar besser gefällt als das Original. Zwar ist nur Robert Englund der einzig bekannte Darsteller, der Rest ist aber eh nur Kanonenfutter. So bleibt „2001 Maniacs“ zwar ein spezifischer Genrefilm, ist aber dank seines Humors und der neuen Szenen gut anschaubar. Der nette Schlussgag sorgt nur für einen weiteren Pluspunkt. Einfach Füße hoch und sich knapp 90 Minuten unterhalten lassen.

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