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Beim Remake von Splatterpionier Herschell Gordon Lewis’ Trashwerk „2000 Maniacs“ aus den 1960ern scheint es sich um US-Regisseur Tim Sullivans ersten Spielfilm zu handeln, erschienen ist er im Jahre 2005. Nachdem ich durch positive Kritiken nach Sichtung des Originals neugierig wurde, meine Erwartungen aber nicht sonderlich hoch steckte, wurde ich weder enttäuscht, noch positiv überrascht – „2001 Maniacs“ ist in etwa die Fast-Food-Horrorkomödie geworden, die ich erwartet hatte. War das Original noch eine ebenso charmante wie respektlose Satire auf die Südstaatenbewohner der USA, hat Sullivans Remake naturgemäß arg an Originalität und leider auch an Charme eingebüßt. Man gibt sich mit übertriebenen, karikaturartigen Splatterszenen und seiner Teenie-Tittenshow zwar ebenfalls bemüht politisch unkorrekt, versucht es aber trotzdem jedem recht zu machen. So wird einige Zeit darauf verwendet, auf den US-amerikanischen Bürgerkrieg einzugehen und festzustellen, dass die Truppen des Nordens sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert und fiese Metzeleien an den Südstaatlern auf dem Kerbholz haben; darüber hinaus wird neben einem Quotenneger nun auch ein Quotenschwuler in die Handlung eingeführt, wobei letzteres evtl. schon wieder satirisch gemeint gewesen sein könnte. Eine Gruppe Teenager, die sich verirrt hat, wird in Backwood-Slasher-Manier und Nord-Süd-Konflikt-Kontext dezimiert, wobei verstärkt mit dem Faktor Sex kalkuliert wurde, man aber, um wirklich damit aufzuregen, zu harmlos und wenig explizit bleibt. Robert Englund in der Rolle als Anführer der verschlagenen Hinterwäldler gefällt sich und dem Zuschauer darin und ist der einzige hervorstechende Charakter in einem ansonsten recht austauschbaren Cast. Apropos Cast: In der sehr witzigen Eröffnungssequenz hat Eli Roth einen Kurzauftritt und „Jason Vorhees“-Darsteller Kane Hodder ist später ebenfalls irgendwo zu entdecken. Etwas schmunzeln musste ich auch bei der kurzen Parodie der Banjospieler-Szene aus „Severance“, die meisten Gags sind aber eher alberner Natur. Richtig Spaß hingegen macht die Musik, beispielsweise beim vom Original übernommen Hillbilly-Titelsong, der hier auch in einer E-Gitarren-Version zu hören ist, oder beim Squaredance, wo es anschließend was auf die Glocke gibt. Fazit: „2001 Maniacs“ ist passabel unterhaltende Stangenware und nichts Besonderes.

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