Review
von Leimbacher-Mario
Southern Fried Gore
In dieser matschigen Mischpoke aus Fortsetzung und Remake zu einer der ersten amerikanischen Schlachtplatten verfahren sich mal wieder ein paar moderne Städter in ein abgeschiedenes Südstaatenkaff - und dort ist man erfreut über die Gäste aus dem Norden, macht mit ihnen u.a. einen Barbecue, einen Tanztag und ein Fangenspiel. Und eine Vierteilung und einen Säure-Moonshine. Um nur mal ein paar splattrige Highlights dieser teils heftigen, teils haarsträubend klischeehaften Horrorkomödie zu nennen. Als ob das Original auf „Scary Movie“ und die „Wrong Turn“-Reihe trifft.
Der HGL-Erstling war ein für seine Zeit Grenzen auslotender und schockierender Meilenstein des Drive-In. Dieser Überraschungsmoment und WTF?!-Effekt fehlt der neuen Version natürlich. Und dennoch hatte ich meinen Spaß mit diesem ausgelassenen Nordstaatlermassaker. Im Grunde nur ein Backwoodslasher mit großer Selbstironie, viel Splatterhumor und voll im Satiresaft stehend, hat „2001 Maniacs“ seine Vorzüge. Wenn Lin Shaye und Robert Englund im Volle-Kanne-Over-the-Top-Modus aufdrehen, wenn die recht austauschbaren Studenten und Durchreisenden kreativ und fies und handgemacht und ultrablutig das Zeitliche segnen, wenn Südstaatenklischees bis ins Bizarre überzeichnet und dummdreist wiederholt werden - dann kann man darüber, auch/gerade als Europäer mit etwas Abstand, gut lachen. Selbst wenn der zehnte „Schweinefick“- oder Inzucht-Joke dann doch etwas an den Nerven zehrt. Und ob Bewohner der Südstaaten, ob Hillbillies oder nicht, darüber noch lachen können, steht eh auf einem anderen Blatt und ist für uns kaum zu bewerten. Wer jedoch auf seichteste und nie ernst zu nehmende Splatterschweinereien steht, kann hier den durchsichtigen Regenschirm aufschlagen und kaum etwas falsch machen. Ein Crowdpleaser. Zumindest eine gewisse Art von Crowd. Yihaaah!
Fazit: vielleicht nicht ganz so gut und ikonisch wie das Herschell Gordon Lewis-Original, aber dennoch sehr spaßig und saftig. Dumm, dreist, drollig. Das Gegenteil von „Deliverance“ oder „Midsommar“. Anspruchslos und archaisch. The South's gonna rise again!