Review

Kwon Sang-choon ist der neue Kunstlehrer an einer Grundschule und Schwarm aller, wirklich aller Vertreter des weiblichen Geschlechts. Besonders auf ihn abgesehen haben es Yeo Mi-ok, exzentrische und äußerst unbeliebte Lehrerin, und Ko Mi-nam, eine elfjährige Schülerin, die sowieso schon mehrfach mit Yeo angeeckt ist. Zickenterror ist also vorprogrammiert.
Beachtlich ist, wie erfrischend locker mit dem doch sehr heiklen Thema umgegangen wird. Erfrischend ist überhaupt das treffende Wort, um den Film zu beschreiben, denn seine leichtfüßige Inszenierung vermag es, dem Zuschauer einige Lacher zu entlocken, nicht zuletzt durch die beiden grandiosen Hauptdarstellerinnen: Yum Jung-ah als Lehrerin in der einen Ecke, der das Kunststück gelingt, diese sehr eigenwillige Rolle glaubhaft und ohne überzogen zu wirken zu verkörpern. In der anderen Ecke die fabelhafte Lee Se-yeong, gerade mal zwölf Jahre alt, aber mit so viel Ausstrahlung, dass sie mit nur einem Lächeln alle Zuschauer auf ihre Seite zieht. Dann wäre da noch unter den Nebenfiguren der kleine Gyung-soo, ich hab keine Ahnung, wie der Darsteller heißt, aber die Szene, in der er die Liebe zu seiner Lehrerin andeutet, gehört zu meinen Favoriten. Einzig der Kunstlehrer, um den sich alles dreht, bleibt ziemlich blass und schablonenhaft.
Ansonsten quillt die gute Laune aus fast jeder Szene, herrlich zum Beispiel Yeos kitschig-überzeichneten Tagträumereien oder auch die obercoole Mädchenclique ais Mi-nams Klasse, die sich was drauf einbildet, mit ein paar knallharten Sechstklässlerinnen befreundet zu sein und gegen die Mi-nam sich souverän zu behaupten weiß. Natürlich darf in solch einem Film auch nicht nach einem Hauch Dramatik und Herzschmerz das „Alles-Ist-Gut-Und-Wir-Sind-Doch-Alle-Freunde“-Ende fehlen, was dann schon einen negativen Punkt darstellt, weil man den gewissen Kniff vermisst.
Trotzdem, wer mal für knappe zwei Stunden den Alltag vergessen und sich einfach nur von fantastischen Darstellerinnen (und auch ein paar Darstellern) blendend unterhalten lassen möchte, darf sich diesen Film ohne schlechtes Gewissen anschauen.

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