Review

Schreiben wir doch mal „Ins Blaue“ hinein – harhar, klasse Wortspiel – ungefähr genauso originell und inspirierend ist dann auch „Into the Blue“ an sich, ein aufpoliertes Yuppie-Remake des Tauchklassikers „Die Tiefe“ von Peter Yates, das man zwar nicht mit dem dicken Stempel Remake ausgestattet hat, aber dennoch die gesamte Plotline von dort klaut, nur eben, daß die Darsteller gelackter aussehen als vor 30 Jahren.

John Stockwell ist nun wirklich kein David Lean, hat sich aber zuvor als visueller Techniker in dem Surf-Bikini-Drama „Blue Crush“ wohl ausnehmend für noch einen wässrigen Regiejob qualifiziert, ehe er die Klauerei dann bei seinem nächsten Film „Touristas“ zu weit trieb.
Seine hochoffizielle Aufgabe war es dann wohl auch (Befehl der Produzenten), seine jugendkompatiblen Haupt-ahem-Darsteller Paulchen Walker und Jessica Alba (im 360-Grad-Bikini-Modus) möglichst taufrisch und gut ausgeleuchtet durchs blaue Naß gleiten zu lassen und das gelingt ihm dann auch vortrefflich.

Macht aber leider deswegen noch lange keinen guten Film aus, auch wenn man die Story von dem Flugzeugwrack mit Drogenfracht, daß auuuuuusgerechnet auf einem schatzverseuchten Piratenschiff von anno dunnemals zum Liegen gekommen ist, im Wesentlichen beibehalten hat.
Unsere Helden, die zwischen Geldnot und existenziellen Beziehungsschwierigkeiten hin- und herpendeln (Walker betreibt sein Schatzsucher- und Segelgewerbe auf einem Schrottkahn und steht in Konkurrenz zu einem monetär elitären Ex-Kumpel), haben natürlich die Dollarzeichen bald in den Augen, haben sie doch auch noch einen Kumpel von Paul, den Staranwalt Bryce (Scott Caan als geldgeiles Arschloch, der auf keinen Fall von Walkers Jared befreundet sein kann und über die volle Laufzeit mal was aufs Maul braucht) an der Backe, der die ehrlichen jungen Leute ins riskante Spiel mitreißt. Und daß Josh Brolin als Konkurrent am Ende noch Dreck am Hacken hat, weiß auch der letzte Spätpubertierende, noch während er hinter Jessicas Nippeln her lechzt.

Das gerät alles zu einem bemüht komplizierten Tralala in ungemein gelackten Bildern, aber deswegen nicht gerade zu einem spannenden Film, der einem den Boden unter den Füßen wegzieht oder wie bei Yates klaustrophobisch düster Schiß vor der Tiefe macht. Hier wird von Anfang an alles gut gehen und irgendwer muß noch dran glauben und das werden natürlich die Bösewichter und Drogenbarone sein.

Für die MTV-Generation vielleicht noch ganz schmackhaft als style-over-substance-Movie für das Date zu zweit, enttäuscht ansonsten diese Neuauflage durch ihre penetrante Belanglosigkeit – es ist nicht richtig schlecht, aber warum man das nun sehen sollte, außer um den nächsten Urlaub zu planen, fällt niemandem ein. Außer vielleicht Tauchfans, die bei den Unterwasserszenen sicher spontane Erektionen bekommen. (4/10)

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