Bei so einem Titel konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste ihn mir sofort aus der Videothek mitnehmen. Es geht jedoch nicht um einen SciFi-Trash mit Astronauten, die auf einem Planeten voller Zombies landen, schade, sondern nur um unseren Planeten Erde, der von Zombies beherrscht wird. „Zombies“ ist auch nicht der richtige Begriff, denn die Biester sind keine Verstorbenen, lediglich Kranke und Infizierte, hantieren auch mal mit Waffen, sind empfindlich gegen helles Licht und daher nur nachtaktiv, können auch per Kehlenschnitt erledigt werden und manche können sogar noch sprechen. Entstanden sind die Unholde durch eine Medizin zur Reduzierung der Kalorienaufnahme, doch die Pille gegen die Fettleibigkeit der Amis hatte eben jenen unangenehmen Nebeneffekt, dass die Konsumenten mutieren, nur noch Hunger auf Menschenfleisch haben und durch ihren Biss Leute anstecken. Und so ist die Welt fünf Jahre nach der Vermarktung der Medizin ein Trümmerhaufen, in dem die letzten Menschen in kleineren Gruppen ständig auf der Flucht sind. Ein schweigsamer Einzelkämpfer, der womöglich aus einer Nervenheilanstalt geflohen zu sein scheint, hat die Katastrophe nicht mitbekommen, schließt sich einer kleinen Gemeinde von Nomaden an und muss sie vor den „Zombies“ und den Attacken sadistischer Schlägerbanden, die „Steuern“ einfordern, bewahren. Und irgendwo da draußen sollen auch noch die letzten Reichen in einer abgeriegelten Siedlung ein angenehmes Leben führen.
Bei Regie und Kamera gibt es absolut nichts auszusetzen. Die Bilder werden alle sehr schön und optimal eingefangen. Gleiches gilt für den Einsatz der Masken. Nur leider ist die Erzählweise ausgesprochen bieder und langatmig. Wer hier einen apokalyptischen Endzeitkracher mit viel Action und Geschmadder erwartet, der wird ziemlich verdutzt und enttäuscht aus der Wäsche schauen. Zwar greifen die verfaulenden Schurken gelegentlich an und beißen auch mal zu, aber größere Blutbäder wie man sie von Independentproduktionen mit so einer Handlung gewohnt ist, bleiben weitestgehend aus. Sogar die direkten Konfrontationen des wortkargen Helden mit den Monstern belaufen sich meist nur auf unblutige Faustkämpfe und ebenso unblutige Schläge mit einem Brett auf die hässlichen Köpfe. Und während die Zombies nur eine Nebenrolle spielen, werden die zwischenmenschlichen Konflikte in den Vordergrund gerückt: Es geht um Neid, Eifersucht, Habgier und Misstrauen. Das klingt ein wenig nach Romeros Rezept für Zombiefilme, aber hier beläuft sich die Gruppendynamik auf meist sehr einfache und fast schon verkitschte Seifenoperelemente wie in einer Daily Soap. Die karge und hässliche Endzeitwelt und die ruppigen Gesellen von den Schlägerbanden werden jedenfalls auch nicht ausreichend genug eingesetzt, um dem Ganzen etwas mehr Härte und Drive zu verleihen. Mit zwei Stunden Laufzeit wirkt die Liebesgeschichte zwischen dem wohl doch nicht ganz so harten Helden und seiner neuen, hilflosen Flamme inmitten der kaputten Baracken etwas zäh und in den Dialogen viel zu lang. Wie gesagt: Auf technischer Seite gibt es so gut wie nichts zu beanstanden, nur die Story selbst, die irgendwo zwischen 28 DAYS LATER, Romeros LAND OF THE DEAD und einer Episode von GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN angesiedelt ist, ist viel zu harmlos und brav geraten. Da hätte sehr viel mehr draus gemacht werden können.
5 von 10.