PUNKS NOT DEAD... BUT IT'S ABOUT TO BE.
Auf der „WARPED TOUR“ - einem legendären Punk Rock-Musikfestival in den USA – geht ein maskierter Killer mit Nietenarmband und VANS-T-Shirt um.
Doch die Musik, die Atmosphäre und, nicht zu vergessen, der Alkohol trösten die Festivalbesucher über die alltäglichen Blutbäder hinweg…
Erstmal zum allgemeinen Verständnis: Die WARPED TOUR ist ein riesiges, durch das ganze Land tourendes Skate 'N’ Punk-Festival, das alljährlich zigtausende Besucher zu verzeichnen hat.
Krachige Live-Musik, pogende Massen, Halfpipes, Bierbongs und schönes Wetter – das sind die Markenzeichen der Tour…
…und dieses grelle Durcheinander aus Halli-Galli und „Gabba Gabba Hey“ liefert die Kulisse dieses süßen Filmchens. Gedreht wurde während des Festivals, während die Bands die Stages Bühne rockten und als Darsteller und Statisten dienen Punk-Bands wie „Rancid“ und „Less than Jake“ und tausende musikbegeisterter Punks. RRRRRROCK ON!!!!!!!
Jupp, so schaut’s aus. Die sehr schmächtige Handlung eines grundlos vor sich hin metzelnden Massenmörders wurde einfach um das Festival herum konstruiert. Bands und Publikum werden auch öfters mit ins Geschehen eingebunden, was dann meist ungefähr so aussieht, dass sich Bandmitglieder scheintot auf der Bühne wälzen oder ein maskierter Killer-Spack auf hunderten am Boden liegenden und mittels Super Soaker geschminkten Fans herumtrampelt.
Dass das Ergebnis derartiger Dreharbeiten freilich nur semiprofessionell und nicht wirklich ernst zu nehmen ausfallen kann, dürfte wohl jedem einleuchten…
Doch PUNK ROCK HOLOCAUST hat durchaus seine Stärken:
Numero Uno: Punk-Bands bis zum Abwinken!
FACE TO FACE, GLASSJAW, LESS THAN JAKE, DROPKICK MURPHIES, ANDREW W.K., BOWLING FOR SOUP, PENNYWISE, RANCID, THE USED…
An meinem Musikgeschmack schrammelt das hier gebotene Staraufgebot zwar leicht vorbei, allen Skater Punks dürfte aber gewiss das Herz in die Baggy rutschen…
Numero Zwo:
SPLÄÄÄDOOÖÖrR!!! Und zwar tonnenweise!!!
Es wird geköpft, amputiert, gehäutet, ausgeweidet…, E-Gitarren bohren sich durch Musiker-Leiber, Punk-Girlies werden mit ihren eigenen Gedärmen erdrosselt und Schlagzeug-Sticks werden dorthin gesteckt, wo sie garantiert nicht hingehören.
Blut und Gekrösel en masse und alles gar nicht mal so unprofessionell. Die FX kommen locker an TROMA’sche Blockbuster wie „Citizen Toxie“ oder „Tales from the Crapper“ ran und dürften gewiss jedem Gorehound ein fettes Grinsen in die blutverschmierte Visage zaubern.
Fassen wir mal zusammen:
Viel rockige Mukke, viel harter Gore, viel Unernst, Humor und Augengezwinkere - …klingt in meinen Ohren nach einem 1A-Fun-Splatter.
Und wahrlich: Viel zu den oben genannten Troma-Bomben fehlt echt nicht.
Einziger Wehrmutstropfen ist und bleibt aber die hyperbanale, megafadenscheinige, ergo: leider eher langweilende Story, doch dieser ist in Anbetracht des hohen Fun- und Nonsens-Gehalts schon zu verdauen.
Fazit:
Wilder, völlig abgefahrener Mix aus Festival-Doku und Party-Splatterfilm mit deutlichen TROMA-Anleihen. Lloyd Kaufman wäre stolz auf euch…
PS:
Der Fun-Faktor dieses Streifens ist natürlich nach oben hin offen. Mir ham die ganzen Iro-Pappenheimer halt herzlich wenig gegeben. Wer aber auf derartige Mukke steht und sich auch ein bisschen in der Szene auskennt, wird wegen der unzähligen Gastauftritte aber gewiss einen Heidenspaß an dem Punker-Gesplattere haben…