Review

"Ein Zombie Gore-Fest" steht auf dem DVD-Cover. Tatsächlich bekommt man nach rund einer Stunde(!) zwar nur wenig Zombies, dafür aber stinklangweiligen Amateur-Splatter mehr oder weniger nonstop serviert, so dass einem 104 handlungsfreie Minuten vorkommen wie ebenso viele Stunden. Bis weit zur Hälfte der Spielzeit passiert erst einmal nichts was irgendeinen Unterhaltungswert hätte. Die mitwirkenden Damen und Herren sind vermutlich irgendwelche Buddies des Regisseurs ohne Schauspielerfahrung. Die Performance resultiert entsprechend in völlig stocksteifer Haltung oder übertriebenen Posen. Aber das ist in diesem Bereich ja so üblich.  Da ärgert man sich auch nicht über die verrauschte Tonspur oder die pornoartige Synchro (auch im Original), das Gelaber ist ohnehin belanglos und hirnrissig, nach drei Sätzen ist klar: die könnten sich auch auf Aserbaidschanisch unterhalten, es würde weder die Aufmerksamkeit des Zuschauers beeinträchtigen noch würde ein Informationsdefizit hinsichtlich der "Handlung" entstehen.

Old School war irgendwo ein Aufhänger von "Bone Sickness", dem ich gutgläubig auf den Leim gegangen bin. Was aber ist der Unterschied zwischen Brian Paulin und, sagen wir mal, Lucio Fulci? Fulci war auf eine Art ein Genie ohne Talent, was immerhin dazu führte, dass einige seiner Frühwerke (zu Recht) Referenzfilme im Genre wurden. Brian Paulins Oeuvre lässt erkennen, dass er zwar anscheinend ebenfalls kein Talent hat, aber mit seinen Amateurproduktionen nicht einmal an den langweiligsten Rotz herankommt, den Fulci über die Jahre hinweg rausgehauen hat. Und überhaupt, was Old School als inzwischen gern gebrauchtes (Qualitäts-)Merkmal angeht: auch "damals" gab es schon mehr als genug Scheissdreck im Genre, den man eigentlich aufgrund hartnäckiger Belangweilung des Zuschauers hätte beschlagnahmen sollen.

OK, wem es nur um Ekel geht, der findet vielleicht gefallen an Szenen, wie etwa der, in der ein Typ mit blutigem Brechdurchfall Würmer und Maden ausscheidet.... und anschließend sinnloserweise wieder frisst. Aber selbst Menschen mit entsprechender Neigung dürften wahrlich mehr gewohnt sein als das, was "Bone Sickness" diesbezüglich bietet. Ab etwa der Hälfte der Spielzeit reiht sich dann wohl eine Gore- und Fressszene an die andere, allerdings in einem Tempo, dass man von Pacing im herkömmlichen Sinne schon nicht mehr sprechen kann. Eher an eine zeitlupenartige Aneinanderreihung von Standbildern. Was durch diese Bilder an Informationen über die Mattscheibe flimmert dürfte indes dem Genrefreund kaum neue Einblicke bescheren.

Das Niveau der Maske und Effekte reicht von recht passabel (wir sind immerhin im Amateurbereich) bis hin zu Kartoffeldruck. Der Soundtrack ist minimalistische, klanggewordene Monotonie (Synthie-Geblubber mit Handtrommeln). Und die eigentliche Story? Nun, die vorgeschobene "Story" dürfte der potentiellen Zielgruppe des Films ja wohl eh egal sein. Viel schlimmer ist, dass "Bone Sickness" von Anfang bis Ende bierernst tut. Gott war ich froh, als endlich der Abspann kam. Jetzt steht das Teil im "Giftschrank", zusammen mit anderen Fehlkäufen und wartet auf seine Abschiebung. Diverse Reviews in der ofdb aber zeigen: anscheinend gibt es durchaus Menschen, die "Bone Sickness" etwas abgewinnen können. Gottseidank, sonst hätte ich wohlmöglich Gewissensbisse, diesen Müll wieder zu verkloppen.

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