Review

Schiesswütiges Mauerblümchen

Eine junge Polizistin (absolut toll: Jamie Lee Curtis!) startet motiviert und stolz in ihren Job als "Mädel in blau" im Big Apple. Doch direkt gerät sie in einen Raubüberfall und erschießt etwas panisch den Gangster mit allem, was sie in ihrer Pistole hat. Doch als ob das nicht schon genug wäre und für eine vorübergehende Suspendierung reicht, kommt ihre "Tatwaffe" auch noch abhanden bzw. in die Griffel eines außenstehenden (reichen) (Börsen-)Psychopathen, der anfängt sie zu verfolgen...

Meine Waffe, meine Regeln

In etwa in der gleichen Kerbe wie Scotts "Black Rain" oder "Dirty Harry" oder Filme von Michael Mann, kommt "Blue Steel" zwar nicht ganz in die oberste Schublade, braucht sich aber auch keinesfalls zu verstecken. Vielleicht hatte ich durch die junge Bigelow mit sowas wie "Strange Days" oder "Near Dark" im Petto noch höhere Erwartungen. Aber auch so ist "Blue Steel" nicht zu verachten und durchgehend lohnenswert. Die Frauenpower ist definitiv am Start, ohne diese allzu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Der Blickwinkel ist immer wieder frisch, Curtis spielt vollkommen glaubhaft, sensibel wie kraftvoll zugleich. Der Psychopath ist durchaus anfangs charmant, dann sehr schnell creepy. Einige Nebenfiguren sind mit bekannten und sympathischen Charaktergesichtern besetzt. Die Story geht konsequent nach vorne und kennt kaum Verschnaufpausen ohne auch nur die Chance zu stolpern oder zu überpacen. Der regnerisch-stählerne (NYC-)Look macht richtig etwas her. Und es kommen sowohl Krimi-, Thriller- wie Actionfans auf ihre Kosten. Bigelows Stil und ihre Führung ist messerscharf, professionell und konzentriert - selbst wenn sie das kurze Zeit später mit "Point Break" ähnlich nochmal deutlich besser und ikonischer gemacht hat. Und ihre Filme bilden sich nichts auf den weiblichen Blickwinkel ein, sie predigen null und ziehen einfach unheimlich stringent ihr Ding durch. Das erreicht dann sehr fix meinen vollen Respekt - selbst bei einem ihrer nicht ganz grandiosen oder im Gedächtnis bleibenden Werke wie "Blue Steel".

Make her Day!

Fazit: "Blue Steel" ist ein sehr stabiler und effektiver Thriller mit weiblicher Konnotation in einem eigentlich männlichen Sujet. Klasse, kompetent, eiskalt. Das Duo Bigelow und Curtis macht Laune und weiß was es tut. Dennoch fällt es natürlich schwer das wirklich herausragend zu finden - aber noch viel schwerer das nicht mindestens gut zu finden!

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