Bei diesem Film zieht sich einem die Magengegend zusammen und es gibt zahlreiche Momente,in denen man mit den Tränen zu kämpfen hat,denn „Hotel Ruanda“ist nicht nur ein politischer Film über den Genozid in Ruanda geworden.Er wirft Fragen nach Verantwortung und Menschlichkeit auf,was anhand der Geschichte des Hotelmanagers Paul Rusesabagina verdeutlicht wird.
Paul ist auf das Wohl seiner (zumeist westlichen und wohlhabenden)Gäste bedacht und möchte sich am liebsten aus der Politik raushalten.Doch als durch eine Propagandaaktion die Situation eskaliert und der Hass zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi in Massenmord ausartet,sieht er sich gezwungen zu handeln – nicht nur zum Schutz seiner Familie,sondern um mehr als 1000 Flüchtlinge vor dem sicheren Tod zu bewahren.
Explizite Gewaltdarstellung ist nicht notwendig,denn stets hält die Kamera sich in einiger Distanz zum Grauen auf.Fernsehbilder und Schreie außerhalb des Hotels verdeutlichen nur allzu sehr die Ausmaße der Katastrophe.
Wie sinnlos die Auseinandersetzung zwischen den Volksgruppen ist,wird durch den Kameramann Jack verdeutlicht,der an einer Bar zwei Damen anspricht(eine Tutsi,eine Hutu)und meint“die könnten Zwillinge sein“…
Bewegend und realitätsnah wurde der Streifen in Szene gesetzt und kann neben höchst emotionalen Momenten auch spannende Stellen aufweisen.
Die Darsteller,allen voran Don Cheadle geben großartige Leistungen ab und machen „Hotel Ruanda“nicht nur der politischen Bildung wegen zu einem sehenswerten und nachdenklich stimmenden Film.
9 von 10 Punkten