1994 kommt es in Ruanda zu blutigen Unruhen, bei denen innerhalb kürzester Zeit rund 1 Millionen Menschen den Tod finden. Die Völkergruppen der Hutu und Tutsie, die eine Minderheit darstellten bzw. zu systemkritisch waren, wurden nach dem ungeklärten Flugzeugabsturz des Präsidenten grausam mit Macheten ermordet. Die UNO mischte sich nicht ein, sondern schaute nur zu, wie Tausende von Menschen getötet wurden.
Innerhalb dieser Unruhen rettete Paul Rusesabagina, ein Hotelmanager rund 1200 Menschen das Leben, indem er sie in seinem Hotel versteckte und beschüzte. Er wird sogar als "Oskar Schindler von Afrika" bezeichnet.
So viel zu den Unruhen, nun zum Film:
Der Film ist perfekt, die Story ist deteillgetreu und gut wiedergegeben, auch wenn der Film stellenweise zu stark an Schindlers Liste erinnert. Die Geschehnisse sind historisch sauber und chronologisch verfilmt, ohne dabei bewertet oder übertrieben zu werden. Für ein Drama ist der Film etwas kurz ausgefallen, da der Film (anders als bei Schindlers Liste) nicht mit einer langen Einleitung beginnt, sondern direkt im Mittelpunkt des Geschens startet.
Hotel Ruanda ist sehr spannend inszeniert und kommt auch ohne das aufzeigen der Gewalttaten und ohne übertriebenes Blutvergießen aus, wobei die Grausamkeit der Taten dadurch kein bisschen beschönigt wird.
Schon ab den ersten Minuten beginnt der Film Spannung aufzubauen, die durch die Hilflosigkeit, die den Afrikanern durch die Europäer und die Amerikaner wiederfährt hervorgerufen wird. Ständig versuchen die Rebellen sie anzugreifen und auch das koruppte und rassistische Militär von Ruanda hilft ihnen nur unter Bestechung. Auch am Ende, als ein paar der Flüchtlinge Ausreisegenehmigungen bekommen haben, wird die Spannung weiter gesteigert, da die UNO-Transporter in die Rebellengruppen hineinfahren. Die Nervosität des Zuschauers hält sich bis in die letzten Sekunden des Films, da erst 5 Minuten vor Schluss klar wird, ob Paul Rusesabagina`s Familie nun überlebt, oder doch den Rebellen zum Opfer fällt. Allerdings hält sich auch die Hoffnung auf Rettung im ganzen Film, auch wenn diese stellenweise als unmöglich erscheint.
Doch der eigentliche Grund, warum "Hotel Ruanda" eines der besten Dramen aller Zeiten ist, ist, dass der Zuschauer sich beim ansehen dieser Taten schuldig fühlt. Entweder, weil er die Krisen, die ja noch nicht lang zurück liegen, selbst erlebt hat, und sich selbst, wie die Europäer im Film nicht für die Leiden in Afrika interessiert hat und tatenlos zugesehen hat, oder weil er sich eingesteht, dass auch ihm die Menschen in Afrika, oder allgemein die Krisen in der Welt egal sind, weshalb Rusesabagina und seinen Leuten auch nicht geholfen wurde.
Don Cheadle, der die Hauptrolle spielt ist hier mit der mit Abstand besten Leistung seiner Karriere zu bewundern, weshalb er den Oscar, für den er nominiert war auf jeden Fall verdient gehabt hätte; um so bedauerlicher ist es, dass er sonst nur in niveaulosen Gangsterfilmen wie "After the sunset", "Oceans eleven bis thriteen" oder "Out of sight" zu sehen ist. Sophi Okonedo` s Oscar-Nominierung ist ebenfalls gerechtfertigt, zumal sie als er unbekannte Darstellerin an Seite von den Superstars sehr gut agiert. sie spielt Cheadle`s Frau. Auch Nick Nolte spielt seine Rolle perfekt. Er verkörpert den machtlosen und ausgebrannten Colonel, dessen Rolle ihm förmlich auf den Leib geschnitten ist. Außerdem sind Jean Reno und Joaquinn Phoenix in kleinen Nebenrollen zu bewundern.
Zusammenfassend ist Hotel Ruanda eines der besten Dramen überhaupt, da es nach einer wahren Begebenheit verfilmt ist, durch schauspielerische Meisterleistungen glänzt, spannend insziniert ist und den Zuschauer nachdenklich macht. Schade, dass der Film mit "nur" 3 Oscar-Nominierungen ausgezeichnet wurde.