Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 01.06.2014

Als Romanverfilmung imitiert „Als das Meer verschwand“ überraschend authentisch die Struktur eines Romans: Man hat das Gefühl, zuerst mit wenigen, abstrakt wirkenden Sätzen zurechtkommen zu müssen, bevor sich erst die Landschaft, dann die Charaktere und schließlich die dramatischen Plotwendungen mit jeder Seite mehr entblößen, bis das Bild im Rahmen vollkommen ist. Da die Hauptfigur selbst ein Heimrückkehrer ist, fühlt man sich mit ihr durch das nur allmähliche Aufdecken der Geschehnisse und die kunstvoll verwobenen zeitlichen Ebenen stark verbunden; ebenso wie Fotograf Paul Prior (Matthew Macfayden) geistert man durch das Jenseits zwischen Vergangenheit und Realität und ist um deren Ordnung bemüht. Neuseeland wird als prägnanter Nebendarsteller stets wie ein solches Jenseits eingefangen: Es ist real, dann aber doch wieder nicht, die Objekte im Vordergrund greifbar, die Farben am Himmel jedoch unwirklich. Für die kernige Besetzung (insbesondere Emily Barclay sticht neben Macfayden hervor) kann man dankbar sein, sie steigert den emotionalen Wert des Films maßgeblich und sorgt dafür, dass insbesondere die endgültige Auflösung ihre Wirkung nicht verfehlt. Unkonventionell und sehenswert.

*weitere Informationen: siehe Profil

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