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Im Dörfchen Suddenly passiert eigentlich nie etwas besonderes , bis eines Tages Sheriff Shaw eine Nachricht bekommt , die hohen Besuch ankündigt . Der Präsident der USA soll in wenigen Stunden auf dem Bahnhof von Suddenly eintreffen und im Geheimen in ein Auto umsteigen . Kurz darauf rücken nicht nur ein Haufen Mitarbeiter des Secret Service im Dorf an , sondern auch noch John Baron mit zwei anderen Männern . Die Drei geben sich als FBI Agenten aus , schleichen sich ins Haus der Witwe Benson ein und nehmen sie , ihren Sohn Pidge und ihren Vater - einen pensionierten Secret Service Mitarbeiter - als Geisel . Kurz darauf stoßen auch noch Sheriff Shaw und ein Elektriker zu den Gefangenen und es  klärt sich auf , was die drei angeblichen Bundesbeamten wollen : den Präsidenten ermorden . Denn das Haus der Witwe Benson ist der ideale Platz für einen Hinterhalt ... 

Leider ist " Der Attentäter " ein eher geschwätziger Film geworden und nicht die 1950er Jahre Version von " In the line of fire " , die ich mir da gewünscht hätte , denn hier wird wenig unternommen und wirklich sehr viel geredet . 
Natürlich ist nichts gegen Filme zu sagen , in denen viel geredet wird ( " Die 12 Geschworenen " von 1957 ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme und da wird ja nur geredet ) , wenn die Gespräche denn interessant oder faszinierend sind . In " Der Attentäter " sind sie jedoch weder das eine noch das andere , dafür sind die Themen schon sehr redundant . 
Während Pidge die Attentäter ständig als Feiglinge beschimpft , sein Großvater den Patriotismus der Männer anzweifelt und nicht versteht warum ein Amerikaner den Präsidenten ermorden wollen würde und Sheriff Shaw Barons´ Geisteskräfte anzweifelt , prahlt Baron andauernd mit seinen hohen Tötungsraten im Zweiten Weltkrieg und erzählt von dem Geld , das er für seinen Auftrag erhalten wird . 
So geht das die letzten 45 Minuten , die sich , nur mit wenigen Unterbrechungen , im Wohnzimmer des Benson Hauses abspielen . Das Ende kommt dann erstaunlich schnell und die Art und Weise , wie die Verbrecher übertölpelt bzw. ausgeschaltet werden ist schon wirklich sehr comichaft und unglaubwürdig .
Irritierend fand ich außerdem die auffallende Pro-Waffen-Propaganda des Films , die schon sehr platt daher kommt . 
Denn anfangs erklärt Sheriff Shaw Pidge ausführlich , wie gut Waffen in den richtigen Händen sind ( bekommen ja auch nur gute Menschen Waffen - zum Glück ! ) , der Vater der Witwe Benson beschimpft fast seine Tochter , die nicht möchte , dass Pidge eine Waffe in die Hand bekommt und meint Pidge solle nicht tausende Kilometer entfernt von der Heimat sinnlos sterben und ( ACHTUNG SPOILER ) schließlich erschießt natürlich ausgerechnet die waffenhassende Witwe Benson den Gangster Baron , damit sie auch lernt , wie gut Waffen doch sind . Abschließend geht es dann direkt in die Kirche ! ( Kein Witz ! und SPOILER ENDE ) .
Interessant machen den Film eigentlich einzig die Parallelen zum Attentat auf John F. Kennedy 8 Jahre später , denn die sind kaum zu verleugnen . 


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