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Nachdem Oliver Hirschbiegel mit „Der Untergang“ die letzten Tage von Adolf Hitler erfolgreich filmisch umgesetzt hat, werden nun hier die letzten Tage der größten Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime gezeigt: Sophie Scholl. Wo „Der Untergang“ sich schon dem Zuschauer als Drama der ganz besonderen Art präsentierte, ist „Sophie Scholl“ noch eindringlicher, noch emotionaler.

Die Geschwister Sophie und Hans Scholl, Gründer der Widerstandsbewegung „Die weiße Rose“, tun ihre Meinung schon seit geraumer Zeit in Form von Flugblättern kund. Doch am 18.Februar 1943 soll damit Schluss sein, denn sie werden beim Verteilen von Flugblättern an der Münchener Universität erwischt. Zunächst scheint es, als könnten sie die Schuld von sich kehren, doch letztendlich werden sie überführt und vor Gericht zum Tode verurteilt.

Die Geschichte der Geschwister Scholl ist eine Geschichte aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, die zwar schon einige Male in Film, Fernsehen und Theater thematisiert wurde, jedoch nie so, wie es in „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ geschah. Den Fokus vollkommen auf die letzten Tage von Sophie gesetzt, zeigt sich hier von Anbeginn an ein eindrucksvolles Plädoyer gegen das Nazi-Regime und die mit dieser Herrschaft verbundenen Werte. Julia Jentsch spielt dabei die Rolle der Sophie Scholl so authentisch, dass man mit jedem Wort, das sie spricht, immer weiter in den Glauben versetzt wird, die „wahre“ Sophie Scholl säße dort im Verhörzimmer. Je größer hierbei die Sympathie für Sophie und die von ihr verfolgten Werte wird, desto größer wird auch die Abneigung gegenüber den Vertretern der NS-Herrschaft. Dieser regelrechte „Hass“ des Zuschauers findet dann auch seinen Höhepunkt in der Darstellung des Gerichtsprozesses, der äußerst überzeugend inszeniert wird.

„Sophie Scholl“ gelingt es, ohne aufgesetzt zu wirken, sein Publikum zum Nachdenken anzuregen. Er bringt auf seine ihm eigene Art und Weise der reinen Charakterdarstellung diese schwierige Epoche der deutschen Geschichte so auf die Leinwand, wie es sich die Geschwister Scholl wohl selbst gewünscht hätten: Als ehrliches Plädoyer gegen Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit und Plädoyer für die Freiheit der Sprache. 9 von 10 Punkten für ehrliches, deutsches Kino!

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