Den Inhalt des Film bzw. den allgemein bekannten geschichtlichen Bezug setze ich als bekannt voraus. Es geht mir hier um einen Aspekt den ich bei den anderen Rezensenten noch nicht gesehen habe.
Allem vorweg sei gesagt, daß es sich um einen schauspielerisch hochwertigen Film handelt. Julia Jentsch wird hier ihrem eigenen Hype mehr als gerecht. Die Dialogszenen sind sehr intensiv gestaltet und fesseln einem und die fast 120 Minuten sind extrem kurzweilig. Das muß mal erst einmal hinkriegen.
Auch die Musikunterlegung trägt zu dieser angemessenen Stimmung bei. Sie hätte an einigen Stellen ruhig noch dramatischer sein können - dadurch hätte die Atmosphäre nicht gelitten.
Nur eins fand ich und meine Mitseher übereinstimmend unrealistisch: Sophie wurde sehr gut gespielt, aber ich finde deutlich zu STRAIGHT. Sie verzog keine Miene im Angesicht des Todes, sie "brach nicht EINMAL ein" wie jemand sagte, und das über Tage hinweg. Nur ein sekundenlanger Heuler in der Todeszelle. Und dann wieder Kopf hoch und fest entschlossen.
Ich hielt es für menschlich, wenn man auch mal Angst hat und "klein" ist im Angesicht des Todes, wenn auch nur für einen Moment. Das kommt aber leider nicht vor. Es entsteht der Eindruck einer Art Super-Sophie. War sie so ?
Auch die Eltern sagten völlig gefaßt "Tschüß" zu Ihrer in Kürze geköpften Tochter, "haste alles richtig gemacht" sagt der Vater noch....keine deutlichere Form von Trauer und oder Wut ??
Sorry, das führt bei mir zur Abwertung - viell. ist man hiermit über das Ziel hinausgeschossen. Sollte allerdings das genau so geschichtlich überliefert sein - mit all den Zwischentönen bzgl. Sophies Haltung usw. - dann nehme ich meine Kritik zurück und werte den Film höher. So kann ich "nur" eine 7/10 geben. Wie gesagt, davon abgesehen ein super Film !!