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Am Thai-Horrorwerk "The Commitment" ist das bei weitem Härteste das auf der Adrena-DVD angebrachte Titelbild, auf dem sich eine junge Maid mit einem Küchenmesser den Unterarm abzusägen versucht. Dies läßt die Berufsoptimisten unter den Filmkonsumenten einen zweiten Film wie "Naked Blood", der ja thematisch in dieselbe Richtung geht, oder zumindest einen zweiten "Suicide Club" erwarten. Aber die aufgrund dieser sehr verstörenden und atmosphärischen Japan-Rohlinge aufgebaute Erwartungshaltung wird leider durch einen Asia-Gruselfilm von der Stange enttäuscht. Die Zutaten: Eine Handvoll teilweise ganz niedlicher Mädels, ein Geist (natürlich eins der typischen langhaarigen Horrorweiber, das nur diesmal mehr nach Zombie als nach Wasserleiche aussieht) und ein Gemenge religiöser bis okkulter Motive unter der Leitidee "Wünsch dir was und bezahl dafür". Da man zumindest während der ersten Hälfte des Films die Figuren mit meist einsilbigen Namen wie Pin, Muay, Gus und Moss mehrfach durcheinanderbringt und nicht mehr weiß, wer jetzt was gewünscht bzw. versprochen hat, verwirrt der Film in seiner Gesamtheit ziemlich.
Wie schon gesagt, sollte man sich von dem Titelbild nicht täuschen lassen, zumal es auch ein Motiv enthält (Frau mit merkwürdigen Fäden im Gesicht), das merklich bei "Naked Blood" abgekupfert ist und dann im Film dann gar nicht vorkommt. Oder habe ich da gepennt? Jedenfalls handelt es sich hier nicht um "Splatter-Horror", wie die deutsche Erstveröffentlichung reißerisch verspricht. Später kommt zwar in der einen oder anderen Szene Blut zum Vorschein, diese Szenen sind jedoch für diese Bezeichnung zu bedrückend und realistisch. Am Ende kommen nämlich mehrere der sympathischen jungen Damen ums Leben, und man weiß gar nicht so recht, warum. Die Vorgeschichte des Geistes erfährt man auch noch. Das ist alles ganz nett und gruselig gemacht, wie die ganze zweite Hälfte des Films, nachdem während der ersten Hälfte schon ab und zu die Frage aufkam, wann es denn nun los gehe. Nun ja, es ging dann tatsächlich irgendwann los, wenn auch nicht so sensationell, wie die Verpackung besagter DVD verspricht. Dabei werden Anleihen bei Genre-Vorgängern sehr auffällig, zum Beispiel die Haar-Strangulation aus "Ju-On: The Grudge 2".

Fazit: Ganz netter, gegen Ende ziemlich depressiv ausfallender Gruselfilm, den man sich mal angucken kann. Aber im großen und ganzen wird hier nicht viel Neues geboten.

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