New York: Rivalisierende Straßengangs beherrschen China Town - jede Gang kennt sein Gebiet und hält sich an die ungeschriebenen Gesetzte Chinatowns. Bis eines Abends der Bruder eines Bosses bei einer Prügelei umgebracht wird - es kommt zum Bandenkrieg.
Eigentlich war der Weg ja klar vorgezeichnet. Da wird der sinnlos rumballernde jüngere Bruder eines Syndikatschefs des nächstens erschossen (nicht ganz zu Unrecht), der einem Mitglied einer anderen Familie nachstellte. Man denkt alles klar, jetzt herrscht ein zünftiger Bandenkrieg, zumal die Cops sich dezent bestochen zurückhalten, aber die Macher hatten da doch deutlich andere Pläne.
Bis auf die letzte Viertelstunde ist Action leider ein ziemliches Fremdwort. Small Brother wird niedergeschossen, dann gibt es eine kleine Straßenbalgerei, aber beileibe nichts von gesteigertem Interesse und man fragt sich als Zuschauer doch ganz dezent, warum man ausgerechnet jemanden wie Don „the Dragon“ Wilson engagiert hat, nur um ihm eine lausige Sprechrolle zu geben. Das ist aber nun mal nicht seine Welt und bis auf einen Fight am Schluß ist der Gute doch leider herzlich verschenkt.
Leider verflacht das Geschehen ziemlich schnell. Man setzt da mehr auf Drama und dem von mir so gefürchteten Hong Kong Humor, mit dem ich einfach nichts anfangen kann. Statt auf blutige Shootouts wird der rivalisierende Mr. Lui lieber vor Gericht gezerrt und seine Holde zwangsbeglückt, aber wirklich spannend ist das alles nicht. Bis auf den Showdown verzichtet man auf so ziemlich alles, was man von einem HK-Actioner so erwartet. Kein Martial Arts oder wenigstens schräg gehaltene Knarre die man lässig im Sprung abfeuert, all dies sucht man hier vergebens. Dazu kommen noch eher krude Einfälle wie die minutenlang tanzende Gay-Gang mit lustigen Spielchen wie einem gefaketen Geburtsvorgang auf der Motorhaube oder einem Typen der in der Nacht in rote Unterwäsche gesteckt, die völlig neben der Spur sind, aber siehe Abschnitt über die seltsame asiatische Humorabteilung.
Wer hier so etwas ähnliches wie Heroic Bloodshed Marke John Woo oder wenigstens einen fetzigen Straßenkampf um die Macht in New York erwartet, wird mit ziemlicher Sicherheit ein genauso langes Gesicht machen, wie ich. Man bettelt förmlich vor dem Schirm um einen winzigen Roundkick oder wenigstens einen dezenten Schußwechsel und bekommt die längste Zeit genau gar nichts. Das würde ich mal als HK-Kino bezeichnen, das man nun wirklich nicht importieren muß.
3/10