Mittlerweile glaube ich schon fast an die Theorie, dass es in den USA mehr so genannte Schauspieler gibt, als die Filmindustrie eigentlich benötigt, so wird einmal mehr ein nichts sagender Teenie-Slasher abgedreht, um die Jungmimen fürs Erste zufrieden zu stellen. Deshalb gibt es so viele davon und „Bloody Murder“ ist einer von ihnen. Einer, den man nach einigen Wochen nicht mehr von anderen Beiträgen des Genres unterscheiden kann. Inhaltlich haben wir hier „Camp Blood“ in Neu, aber keineswegs besser. Nach wenigen Minuten weiß der Zuschauer, um Julie bescheid, - sie wird den Killer überleben, sie vertritt noch moralische Werte, sieht auch nicht so super aus, zeigt aber Herz, wenn es drauf ankommt: Die Tugend vom Lande. Die übrigen jungen Betreuer im „Camp Placid Pines“ dienen als potentielle Opfer des Mörders, jedoch kommt eine(r) von ihnen auch als Killer in Frage. Ach, wäre nur der Titel Programm. Selten floss bei einem Slasher so wenig Blut wie hier, da hätte die FSK auch einem Zwölfjährigen keinen Schaden zugefügt. Die ersten Morde werden nur angedeutet und geschehen im Off, aber auch wenn der Killer zu Gartenkralle und Pfeilen greift, fällt das Dahinsiechen entsprechend harmlos aus. Richtig ätzend ist das Drumherum ausgefallen: Wenn sich junge Heranwachsende über den Tod eines geliebten Elternteils auslassen und ihr Gegenüber Mitgefühl äußert, kann man bei diesen Darstellern und diesen furchtbaren Synchronstimmen auch das Heulen kriegen. Da sollen Neid und Eifersucht innerhalb der Gruppe auf eine falsche Fährte locken und dabei bekommt man gar nicht so recht mit, wer mit wem und warum nun, weil alle Typen etwa gleich aussehen und sich entsprechend unlogisch verhalten, so wie es der Teenie-Slasher nun mal verlangt. Ist aber holprig und wenig unterhaltsam ausgefallen. Etwas mehr Tempo kommt (wie immer) gegen Ende ins Spiel, wenn der Killer scheinbar entlarvt ist und es dann doch wieder jemand anders ist. Hinzu kommt ein zweiter Tunichtgut, denn es ranken sich ja auch Gerüchte um einen Killer, der hier schon seit mehreren Jahren sein Unwesen treiben soll, was die letzte Einstellung bestätigt. Ist aber etwas peinlich, wenn dieser maskierte Killer mit Kettensäge nur allzu deutlich an Jason aus „Freitag der 13“ erinnert, wie überhaupt der komplette Film. So was nennt man dann wohl uninspiriert und „Bloody Murder“ beweist das in jeder Einstellung. Die 08/15-Waldkulisse, die Bodensatz-Darsteller, der unblutige und fast langweilige Verlauf… Und bei einem typischen Teenie-Slasher muss ich als Chauvinist ja schon fast bemängeln, dass die Damen nicht sonderlich aufreizend durch den Wald latschen… 3 von 10 Punkten