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Im Mittelalter wurde ein Hexer zum Tode verurteilt, nicht jedoch ohne zuvor die Nachkommen der Verantwortlichen zu verfluchen und eben dieser Fluch soll Jahrhunderte später in die Tat umgesetzt werden, nämlich als der Kopf des Enthaupteten und sein Körper wieder zusammengeführt werden.

Da ist er wieder, unser guter alter Paul Naschy, der spanische Mime, der sich nicht zu Unrecht den Beinamen "Trashy" durch sein Mitwirken und Selbstfabrizieren leichter Filmkost verdient hat. Und auch "Blutmesse für den Teufel" ist eines jener Werke, die keine ausgeklügelte Geschichte aufzuweisen haben, sondern durch einen kruden Genremix und eine simple Umsetzung charmanten Trash auf die Leinwand packen.
Was sich anfangs wie eine typische "Rache aus dem Totenreich"-Story anhört, wird bald zu einem vielseitigen Genregemisch. So geht es nach dem Rückblick ins Mittelalter, in dem der Hexer enthauptet und seine Angebetete und ihn Anbetende ebenfalls zu Tode kommt, in die Gegenwart, wo sich eine Gruppe von Leuten, darunter natürlich auch die Verwandtschaft der damaligen Todesurteilsvollzieher und somit Verfluchten, auf die Suche nach dem Kopf des Gerichteten machen, diesen finden, er jedoch entwendet wird, seinen Weg zurück auf den Körper des Hexers findet und somit neuen Grausamkeiten des Finsterlings und seiner Schnalle Tür und Tor geöffnet sind.
Das Ganze wird zwar nicht immer logisch oder sinnvoll erklärt, so werden gefundene Leichen von den eigentlich vernünftigen Menschen mal eben im Sumpf versenkt oder einer Person fällt wie aus heiterem Himmel der Aufbewahrungsort eines Amuletts ein, welches dem Hexer zu strotzen weiß, aber meist fällt das Geschehen schon sehr kurzweilig und unterhaltsam aus, wobei gegen Ende die ein oder andere Länge auszumachen ist. Für Abwechslung ist ebenfalls gesorgt, denn mittendrin kommt einfach mal eine Art Bürgerwehr daher, die einem Gaunerduo das Gesicht wegpustet bzw. baumeln lässt oder eine Horde von Zombies fällt über die Protagonisten her.
Wirklich schrecklich blutige Bilder erwarten einen hier natürlich nicht, denn die spanischen Streifen der 70er Jahre hielten sich hier merklich zurück, aber eine paar durchschnittene Kehlen oder abgeschlagene Köpfe gibt es schon und der Effekt mit der aufgerissenen Brust inklusive Herzentnahme gefällt mir richtig gut, auch wenn er deutlich als Effekt zu erkennen ist und selbst hier mit Kunstblut gegeizt wird.
Die Leistungen der Darsteller gehen für das Entstehungsjahr und -land vollkommen in Ordnung. Paul Naschy ist wie schon im einen Jahr zuvor entstandenen "Blutrausch der Zombies" in einer Dreifachrolle zu sehen, nämlich als Hexer, dessen Nachfahre in der Gegenwart und ganz kurz zu Beginn als ein weiterer Verwandter der Sippe und spielt seine Rollen im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr überzeugend. Die Damenriege ist komplett mit hübschen und nicht untalentierten Frauen besetzt, wobei mir die Lady an der Seite des Bösewichts optisch besonders zusagt.
Ebenfalls zusagen tut mir die Musik des Films, die ausschließlich aus Orgelklängen besteht und manch eine Passage stimmig in Szene zu setzen weiß.

Insgesamt ist "Blutmesse für den Teufel" kein Meilenstein des spanischen Kinos und auch das Drehbuch ist nicht überragend, aber der Film hat trotz einiger Längen durchaus seine Unterhaltungswerte und natürlich Paul Naschy.

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