„White Noise“ ist wie ein Besuch beim Zahnarzt. Ab und zu muss man so was mal über sich ergehen lassen, nix erfreuliches, aber später darf man dann mehr oder weniger erfreut feststellen, dass es doch nicht allzu wehgetan hat…
Jonathan Rivers (Michael Keaton) verliert durch einen tragischen Autounfall seine Frau Anna (Chandra West). Kurze Zeit später erhält er seltsame Botschaften durch das Rauschen von Radios oder von Fernsehgeräten, die scheinbar von Anna stammen. Doch nicht nur private Botschaften von Anna für Jonathan sind Bestandteil dieser Erscheinungen…
Wie man aus solch einer Sache einen spannenden Mystery-Thriller konstruieren kann? Ich weiß es nicht, und die Macher von „White Noise“ wussten es zu einem Großteil wohl auch nicht. Denn die Story über das so genannte „Electronic Voice Phenomenum“ (kurz EVP) mag zwar interessante Aspekte bergen, die einer filmischen Erwähnung würdig sind, aber für einen abendfüllenden Film, der die Zuschauer 90 Minuten lang in die Sessel bannt und vor Spannung Fingernägel kauen lässt, reicht es wohl dann doch nicht (zumindest nicht auf die Art, wie es hier versucht wurde). So krankt der Film schon daran, dass ihm über weite Strecken kein richtiger Spannungsaufbau gelingt. Die wenigen Chancen, die „White Noise“ für die annähernde Entwicklung einer Klimax geboten bekommt, lässt der Film elegant verstreichen. Jedoch geschieht dies in beeindruckender Weise immer so, dass der Zuschauer aufgrund seiner wieder steigenden Erwartungshaltung erneut ein Stück wacher wird.
Und dann ist es auch irgendwie symptomatisch für den gesamten Film, dass sich beim Publikum Glücksgefühle aufgrund der gelungenen optischen Effekte mit Empörung ob der flachen Story-Entwicklung fleißig abwechseln.
Selbst ein recht solide agierender Michael Keaton kann da den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Er bemüht sich zwar redlich, den verzweifelten Witwer zu mimen, der schließlich in seinem neuen Hobby eine Art Berufung sieht, sich zum Wohle der Menschheit einzusetzen, aber das reicht nun wahrlich nicht, um aus „White Noise“ noch einen mehr als durchschnittlichen Film zu machen.
Nun ja… betrachtet man nun noch das Ende dieses Films, muss man neidlos anerkennen: zumindest Konsequenz wurde bei der Umsetzung bewiesen. Denn so mittelmäßig der gesamte Film ist, genauso mittelmäßig ist auch das Ende: Für den Zuschauer unbefriedigend, da weder ein richtiger Auflösungsversuch unternommen, noch der Zuschauer mit tiefer greifenden offenen Fragen konfrontiert wurde, die vielleicht noch zum weiteren Nachdenken über den Film angeregt hätten. Die einzige Frage, die bleibt, ist: „Was sollte das?“
Letztendlich gelingt „White Noise“ eine perfekte Punktlandung im Mittelmaß des Hollywood-Films und wird sich folglich weder als sonderlich negative noch als äußerst positive cineastische Erfahrung in den Köpfen und Herzen der Zuschauer festsetzen. 5 von 10 Punkten.