Wochenlang hab ich den Film vor mir hergeschoben, weil ich irgendwie auf die Handlung keine große Lust hatte, gestern habe ich mir ihn dann endlich angesehen.
Eigentlich ist WHITE NOISE ein recht gelungener Streifen, besonders die Schockeffekte reißen einem immer wieder hoch und das obwohl ich den Film nicht über die Anlage gesehen habe. Zum Beispiel die eine Stelle bei der Hellseherin hat mich ganz schön hochschrecken lassen, und von diesen Momenten hat der Film einige zu bieten.
Doch das reicht einfach nicht, denn was WHITE NOISE die Qualität nimmt ist der mit zunehmender Spieldauer fortschreitende Erklärungsnotstand. Ich hab kein Problem damit, wenn ein Ende offen bleibt oder man sich über viele Dinge selbst Gedanken machen soll, doch hier wird nichts, aber auch gar nichts aufgeklärt. Das Ende setzt da dem Fass die Krone auf
Außerdem sind da noch einige andere Stellen die ich unglaubwürdig fand. Wieso sind die Bilder die Keaton empfängt eigentlich total deutlich, bei ihm kommen die fast so klar wie bei einem etwas schlechteren Fernsehbild, das halte ich doch für sehr weit hergeholt, dann setz ich mich heute abend auch mal hin und schau in meinen Fernseher, vielleicht sehe ich ja auch was.
Ein weiterer Punkt war der Style des Films und die Aufmachung. Das ganze war mir viel zu glatt gefilmt, etwas "dreckiger" hätte der Look schon ausfallen müsse. Alleine das Ambiente in Keatons Wohnung will einfach nicht zu der Handlung und zu seinen Forschungen passen. Das mag ein Vorurteil sein, aber mich hat es extrem gestört.
Die Schauspieler spielen alle solide, Michael Keaton sehe ich eh gerne, Deborah Unger genauso, Am besten gefiel mir eigentlich Ian Mc Neice als Raymond Price, ihm habe ich die Rolle des „Spurensuchers“ voll und ganz abgenommen, wobei die Hauptdarsteller diese Films eh die diversen Fernseher und Aufzeichnungsgeräte sind.
Ich gebe dem Film knappe 7 Punkte, da er eigentlich durchweg spannend und interessant ist. Leider hat man hier aber trotzdem einiges an Potenzial verschenkt und das ist schade.