"White Noise" ist ein weiteres Produkt der nicht enden wollenden Schwemme auf Hochglanz polierter und vom asiatischen Kino wesentlich inspirierter Gruselthriller. Da auch der geduldigste Zuschauer irgendwann die Nase voll von dieser Art Film hat, entschieden sich die Macher von "White Noise" kurzerhand ihrem 90-Minuten-Spuk mit "Electronic Voice Phenomena", kurz EVP, einen zumindest vordergründig innovativen Anstrich zu verpassen: Im Rauschen unbenutzter Fernseh- und Radiofrequenzen kommunizieren die Toten mit den Lebenden.
Ordentliche Idee, die darüberhinaus auch nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Leider ging die Umsetzung des Stoffes aber doch eher in die Hose!
"White Noise" krankt vor allem am fehlenden Tempo, einem äußerst löchrigen Spannungsbogen und seiner nicht konsequent genug erzählten Geschichte. Regisseur Geoffrey Sax pendelt leider viel zu stark zwischen verschiedenen Genres wie Drama und Gruselthriller, findet hierbei nie eine einheitliche Linie. Als Konsequenz will trotz durchgehend trister Bilder weder eine echte Gruselatmosphäre entstehen noch erhalten die Charaktere echte Tiefe (selten so unwichtige Nebenfiguren gesehen) oder wird die Story zu einem befriedigenden Abschluss geführt. Insbesondere besagter Abschluss wirkt wie mit der Brechstange herbeigezwungen und wird den zuschauerseitigen Erwartungen in keinster Weise gerecht.
Da kann man sich nun auch leicht ausrechnen, daß es mit den Schockszenen ebenfalls nicht besonders weit her sein kann - und genauso ist es auch: Die Menge (altbekannter, vohersehbarer und primär von hoher Lautstärke lebenden) "Buhs" lässt sich an einer Hand abzählen. Kenner wissen freilich ohnehin stets mindestens 5 Sekunden im Vorraus was da gleich auf sie zukommt aber aus dem Blickwinkel eines normal-durchschnittlichen Kinogängers darf man letztlich meiner Meinung nach doch noch von halbwegs gelungenen Schrecksekunden sprechen, eine lautstarke Heimkinoanlage freilich vorrausgesetzt. Achja, Gore gibts hier absolut keines und nach Sichtung der Deleted Scenes kann man sich zudem nur wundern, welche lachhafte Szenen dennoch fürs PG13-Rating hatten entschärft werden müssen. Ein ganz schlechter Witz!
Ex-Batman Michael Keaton stolpert letztlich auch nur, wenn auch sichtlich bemüht, durchs inkonsequente Drehbuch. Aber was nutzt das ebenso wie eine schicke Inszenierung, wenn der zu allem Überfluss auch ziemlich zäh daherkommende Film über weite Strecken einfach nicht zu fesseln weiss? Sicher kein Totalausfall aber eine gute Grundidee wurde glasklar verschenkt...