Die Beiträge zu der "Mystery-Welle", die seit Anfang des Jahrtausends immer vielseitiger wurde, können entweder großartige Gänsehaut-Erzeuger sein, oder scheue Filmchen, die sich nicht richtig trauen was neues in das Genre zu bringen und stattdessen auf den Standart setzen. White Noise gehört zu zweiterem.
Die Story an sich ist neu, aber jetzt auch wieder nicht revolutionär neu. Grundlegend geht es um das sogenannte "Electronic Voice Phenomenon", kurz "EVP". Das ist nun so eine Sache, wo man via Medien wie Radio, Fernseher oder sonstiges, Stimmen aus dem Jenseits hört. Man merkt schon, daraus könnte man einen spannenden Film machen, doch "White Noise" fehlt einfach der letze Funke, der auf den Zuschauer überspringt. Zunächstmal ist es die Tatsache, den Film wie ein Drama aufzubauen. Allein deswegen geht schon ein wenig der eigentlichen gruseligen Atmosphäre verloren, wenn man die ganze Zeit Michael Keaton beim weinen zusieht. Populäre Beispiel wie "The Ring" oder "The Grudge" zeigen einfach, dass man bei sowas vorsichtshalber noch eine deftige Schock-Szene nach der anderen reinbringt, damit der Zuschauer immer wieder kleine Motivationen hat, den Film weiter zuschauen. White Noise hat vielleicht zwei solcher "Schockszenen", und die haben es auch nicht allzu dolle in sich.
Es mag auch ein wenig an dem Aufbau des Films liegen. Die eigentliche Story kommt nämlich erst nach 50 Minuten in Fahrt, davor läuft der Film eben leider auf dieser strengen Drama-Linie, bringt ab und zu die standartmäßigen "Oh-jetzt-wirds-gruselig!" Ansätze ins Spiel, läuft dann aber ins Leere.
Dabei schenkt Michael Keaton dem Film aber eigentlich eine solide Plattform. Der Schauspieler hat zwar längst seine Jubeljahre hinter sich, ist hier aber noch der ansehnlichste Pluspunkt, dem man dem Film zustehen kann. Alle Nebendarsteller nämlich sind einfach nur Beiwerk ohne richtiger Tiefe, die einfach nur ein paar Dialoge mit Keaton haben und mehr auch nicht. Letzendlich wird der Film gegen Ende auch zunehmend verwirrend und undurchsichtig. Und richtig gruselig, was man eigentlich von einem "Horrorfilm" erwarten dürfte, wird White Noise leider nicht, dafür hat man viel zu viel Gefühl hier reingepresst, dass es nur so überläuft.
Fazit
White Noise ist nicht die überraschende amerikanische Neuerfindung des Gruselkinos, sondern nur ein netter kleiner Film, der weder besonders spannend noch logisch ist und eigentlich nur wegen seiner zumindestens manchmal aufkeimenden Atmoshpäre und der guten Leistung Keatons sehenswert ist. Für Freunde von Gruselfilmen mit Drama-Touch aber einen Blick wert.
6/10